Lieferkettenmanagement
Die Auswahl und Zusammenarbeit mit Lieferanten ist ein wichtiger Bestandteil unserer Produktverantwortung. Unser Lieferanten- und Beschaffungsmanagement dient dazu, unsere Anforderungen zu dokumentieren, Risiken zu bewerten und geeignete Maßnahmen für unsere Lieferkette abzuleiten.
Erfahren Sie hier mehr über:
Herkunft und Lieferketten nachvollziehen
Lieferketten unterscheiden sich je nach Rohware, Herkunft und Verarbeitungsstufe. Im Rahmen seiner Beschaffungsprozesse erfasst und bewertet apetito Informationen zur Herkunft und zu den jeweiligen Anforderungen. Dabei nutzt der Einkauf unter anderem Produktspezifikationen, Angaben der Lieferanten und risikobasierte Prüfprozesse. Gemäß unseren Produktspezifikationen werden Herkunftsanforderungen für relevante Waren definiert. Rund 90 Prozent der eingekauften Waren beziehen wir derzeit aus Europa; Deutschland ist für rund 45 Prozent der Waren das Herkunftsland. Qualität ist zentrale Anforderung an unsere Rohwaren und Lieferbeziehungen. Bezugsquellen werden auf Basis definierter Anforderungen ausgewählt, dazu gehören unter anderem Produktqualität, Verarbeitungseignung, Verfügbarkeit, Herkunft sowie Lieferfähigkeit.
Vom Feld in dieTiefkühlung
Tiefkühlverfahren ermöglichen es, saisonal verfügbare Lebensmittel nach der Ernte zu verarbeiten und über einen längeren Zeitraum verfügbar zu halten. Dabei können Produkteigenschaften wie Geschmack, Konsistenz und Nährstoffgehalte im Rahmen der jeweiligen Verarbeitung und Lagerung erhalten bleiben. Für apetito ist die Tiefkühlung ein wichtiges Verfahren, um Zutaten planbar einzusetzen und Menüs ganzjährig in definierter Qualität anbieten zu können.
Was bedeutet Regionalität?
Der Begriff „Regionalität“ ist nicht einheitlich gesetzlich definiert und kann je nach Produkt, Vertriebskanal und Erwartung der Verbraucherinnen und Verbraucher unterschiedlich verstanden werden. Für apetito umfasst Regionalität daher nicht nur räumliche Nähe, sondern auch die Frage, welche Herkunft für die jeweilige Rohware, Qualität, Verfügbarkeit und Verarbeitung geeignet ist. Unsere Menürezepturen bestehen aus unterschiedlichen Rohwaren mit teilweise verschiedenen Lieferketten. Die Zutaten stammen deshalb nicht immer aus der unmittelbaren Nähe der Kundinnen und Kunden. Einige Rohwaren können aus der Region um Rheine, aus Westfalen, dem Emsland oder den Niederlanden stammen; andere Zutaten sind in Deutschland nicht oder nicht ganzjährig in ausreichender Menge verfügbar. Unser Anspruch ist es, die Versorgung unserer Kundinnen und Kunden mit verlässlichen Ernährungslösungen über das Jahr hinweg zu unterstützen. Grundlage dafür sind Beschaffungsanforderungen, Produktspezifikationen und ein strukturiertes Lieferantenmanagement, die wir dem Bezug unserer Produkte zugrunde legen.
Warum eine differenzierte Betrachtung wichtig ist
Regionale Produkte sind nicht automatisch in jeder Hinsicht vorteilhafter als überregional beschaffte Produkte. Herkunft, Saison, Anbauform, Lagerung, Verarbeitung und Transport beeinflussen Qualität, Verfügbarkeit und mögliche Auswirkungen auf die Umwelt. Deshalb bewertet apetito Beschaffungsentscheidungen nicht allein nach räumlicher Nähe, sondern im Zusammenspiel mehrerer Kriterien. Bei Gemüse kann beispielsweise die Verarbeitung direkt nach der Ernte ein relevanter Faktor sein. Auch der CO2-Fußabdruck (d.h. die Treibhausgasemissionen, die ein Produkt im Rahmen seines Lebenszyklus verursacht) kann je nach Produkt und Produktionsbedingungen unterschiedlich ausfallen, etwa bei beheizten Gewächshäusern im Vergleich zu saisonalen Freilandprodukten aus anderen Regionen. Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland zeigt zudem, dass eine ausschließlich regionale Versorgung mit Früchten und Gemüse nicht möglich ist. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung lag der Selbstversorgungsgrad 2022 bei Früchten bei 20 Prozent und bei Gemüse bei 37 Prozent. Dies verdeutlicht, warum auch überregionale Beschaffung erforderlich sein kann, um ein vielfältiges Speisenangebot zu ermöglichen. * Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (2022)

Langjährige Lieferbeziehungen und Qualität
Langfristige und verlässliche Geschäftsbeziehungen zu unseren Lieferanten sind für die apetito AG von großer Bedeutung im Sinne der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Mit 44% unserer Lieferanten arbeiten wir schon seit über 15 Jahren zusammen. Die durchschnittliche Lieferantenbeziehung beträgt 9 Jahre.
Vom Feld bis zum Teller – die Schritte unserer Lieferkette
Oft schauen wir auf unseren Teller und fragen uns: Woher kommt eigentlich mein Essen? Anhand des Beispiels unserer Reibekuchen möchten wir Ihnen zeigen, wie eine Lieferkette typischerweise aufgebaut ist und wie sich eine langjährige Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten gestaltet.
Unsere Einkaufsstandards
Lieferanten der apetito AG durchlaufen vor der Zusammenarbeit einen standardisierten Aufnahmeprozess, der durch den Einkauf begleitet wird. Dazu gehört unter anderem eine Selbstauskunft, die regelmäßig überprüft wird. Zusätzlich bewertet apetito Lieferanten im Rahmen einer Lieferanten-Risikoanalyse anhand operativer und strategischer Kriterien. Dabei werden unter anderem Einkaufsvolumen, Relevanz der Rohware, Herkunftsland oder auch die Qualität berücksichtigt.
Zertifizierungen können Hinweise auf etablierte Qualitätsmanagementsysteme sowie Umwelt- und Sozialstandards geben. Je nach Risikoeinstufung, Produktgruppe und Einkaufsvolumen können zusätzliche Prüfungen oder Audits erforderlich sein. Im Jahr 2025 wurden mehr als 30 Audits vor Ort durchgeführt. Bei bedeutenden neuen Lieferanten kann ein Besuch vor Ort zusätzliche Einblicke in Produktions- und Qualitätsbedingungen geben.
Seit Anfang 2023 wurde das Lieferantenmanagementsystem um eine Risikoanalyse auf Materialebene ergänzt. Zusammen mit der Risikoanalyse zur Lieferantenherkunft unterstützt sie dabei, Beschaffungs-, Qualitätskriterien strukturierter zu bewerten und geeignete Maßnahmen im Rahmen der Beschaffungsprozesse abzuleiten.

Menschenrechtliche Sorgfalt in der Lieferkette
Im Zuge des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes hat apetito im Dezember 2022 eine Menschenrechtserklärung veröffentlicht. Die dort beschriebene Menschenrechtsstrategie führt die Kernelemente menschenrechtlicher Sorgfalt auf und erläutert konkreter, wie wir in unserer Einkaufspraxis menschenrechtliche Beschaffungsrisiken identifizieren und managen. Die Verantwortung für die Umsetzung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten liegt beim Vorstand. Der Einkauf begleitet die operative Umsetzung in den Beschaffungsprozessen. Das Risikomanagementsystem zu Menschenrechten unterliegt der Abteilung Recht & Compliance. Es erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung an den Vorstand.
UN Global Compact verpflichtet
Bereits seit 2010 ist das Unternehmen dem UN Global Compact (UNGC) beigetreten. Hierbei handelt es sich um eine internationale Initiative der Vereinten Nationen zur Förderung verantwortungsvoller Unternehmensführung in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsbekämpfung. Die Leitlinien sind unter www.globalcompact.de einsehbar. Ein jährlicher Fortschrittsberichts dokumentiert die Umsetzung und Weiterentwicklung der unternehmerischen Menschenrechtspolitik.
Die zehn Prinzipien des UN Global Compact sind auch Bestandteil des Zulassungsprozesses für neue Lieferanten bei apetito. Ein Element dieses Prozesses ist die Lieferantenselbstauskunft. Mit deren Unterzeichnung bestätigen die einbezogenen Lieferanten, die zehn Prinzipien des UN Global Compact in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung einzuhalten.
Im Jahr 2025 konnten fast 100% unserer Geschäftspartner diese Anforderungen bestätigen - mit Ausnahme jener, die sich noch im Prozess der Integration befinden.
Menschenrechtserklärung und jährliche Berichterstattung veröffentlicht
Im Zuge des LkSG hat apetito im Dezember 2022 eine Menschenrechtserklärung veröffentlicht. Die dort beschriebene Menschenrechtsstrategie führt die Kernelemente menschenrechtlicher Sorgfalt auf und erläutert konkreter, wie wir in unserer Einkaufspraxis menschenrechtliche Beschaffungsrisiken identifizieren und managen. Unser Einkauf hat zudem eine Reihe von Maßnahmen definiert, die im Falle potenzieller Risiken aktiv werden. Dies können interne oder externe Audits, Lieferantengespräche oder gar die Beendigung der Geschäftsbeziehung sein.
Weiterhin wurde ein Online-Meldesystem – ein Beschwerde- und Hinweisgebersystem – geschaffen, das es allen Mitarbeitenden und Geschäftspartnern ermöglicht, unabhängig und vertraulich Beschwerde einzureichen, wenn begründete Anhaltspunkte auf Compliance-Verstöße bestehen. Die Risikoanalyse stützt sich im Wesentlichen auf unabhängige Indizes wie den World Risk Index (WRI) oder das World Justice Project und hat zu Jahresende 2022 ergeben, dass kein nennenswertes Risiko im Sinne des LkSG bei unseren direkten Lieferanten bestand. Das liegt auch daran, dass wir rund 90 Prozent unserer Rohwaren aus Europa und davon 45 Prozent aus Deutschland beschaffen (Stand 2025). In diesen Ländern existiert in der Regel ein hohes Maß an rechtsstaatlicher Ordnung. Bei weniger als zehn Prozent unserer mittelbaren Lieferanten besteht ein mittleres Risiko, weil wir Rohwaren aus Ländern mit einem größeren menschenrechtlichen Risikopotenzial beziehen. Warenbezugsländer sind hier beispielsweise China, Thailand, Brasilien, oder Ecuador. Das menschenrechtliche Risikomanagement erfolgt fortlaufend. Unsere Grundsatzerklärung aktualisieren wir jährlich.

Umweltbezogene Anforderungen in der Lieferkette
Je nach Rohware, Herkunft und Produktionsbedingungen können landwirtschaftliche Erzeugung und Verarbeitung Auswirkungen auf Umweltaspekte wie Biodiversität, Boden, Wasser, Luft und Klima haben. So werden Risiken strukturierter erfasst, Anforderungen nachvollziehbar dokumentiert und geeignete Maßnahmen im Rahmen unserer Einflussmöglichkeiten abgeleitet. Besonders anspruchsvoll ist die Bewertung umweltbezogener Aspekte dort, wo Erzeugerinnen und Erzeuger nicht in einer direkten Geschäftsbeziehung mit apetito stehen. Seit 2022 besteht ein Meldesystem, über das Hinweise auf mögliche umweltbezogene Verstöße in der Lieferkette anonym und frei zugänglich eingereicht werden können. Eingehende Hinweise werden geprüft; abhängig vom Sachverhalt werden mögliche Folgemaßnahmen abgeleitet.
Seit 2022 nutzt apetito den Environmental Performance Index (EPI) als eine Informationsquelle zur Einschätzung länderbezogener Umweltrisiken im Vorfeld einer Zusammenarbeit mit Lieferanten. Die Ergebnisse werden bei Beschaffungsentscheidungen herangezogen. Seit Einführung der Risikoanalyse auf Materialebene im Jahr 2023 fließen diese Informationen ergänzend in die Beschaffungsstrategie und die Risikobewertung ein.

Produktsiegel und zertifizierte Rohwaren
Neben strategischen Elementen des Umweltmanagements berücksichtigt apetito auch produktgruppenbezogene Anforderungen und Zertifizierungen. Das Bio-Siegel kennzeichnet Produkte, die nach den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung erzeugt wurden.
Bei apetito sind Bio-Produkte seit 1998 Bestandteil ausgewählter Sortimente. Die Anforderungen an ökologische Erzeugung umfassen unter anderem Regelungen zum Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Vorgaben zur Tierhaltung und Kontrolle.
Auch bei pflanzlichen Fetten und Ölen werden Beschaffungsanforderungen definiert. Palmöl wird bei apetito nur noch in geringem Umfang eingesetzt: Der Anteil liegt derzeit bei 1,7 Prozent des eingesetzten pflanzlichen Fettes. Davon stammen 99 Prozent aus Quellen, die nach RSPO-Modellen zertifiziert sind. Der Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) definiert Anforderungen an den Anbau und die Lieferkette von Palmöl. Bei vielen Anwendungen setzt apetito stattdessen Rapsöl ein; in einigen typischen Gerichten wird Olivenöl verwendet.
Schon gewusst?
Seit 2025 setzen wir 100 Prozent Fisch aus zertifiziertem Fischfang gemäß MSC* oder aus zertifizierter Aquakultur gemäß ASC** ein.
*MSC: Der Fisch in diesen Produkten wurde nach den Kriterien des MSC-Umweltstandards gefangen. msc.org **ASC-zertifiziert gezüchteter Fisch. www.asc-aqua.org






