Ernährungstrends Definition

11.10.2019

Vegetarisch, Vegan, Paleo – Ernährungstrends in Deutschland

Ernährungstrends 2019 - Definition und Überblick

Vegan, Paleo, Superfoods – oder doch lieber pescetarisch und glutenfrei? Es gibt eine Vielzahl an Ernährungsweisen in Deutschland. Und in jedem Jahr ergeben sich neue Food-Trends, die zum Teil für spannende kulinarische Überraschungen sorgen – und so zum Beispiel die Essensversorgung in Kitas und Unternehmen verändern. Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Ernährungstrends, die zurzeit in aller Munde sind.


Was sind Ernährungstrends?

Ernährungstrends gibt es viele und sie haben einiges gemeinsam: Neben einer bewussten Ernährungsweise geht es häufig auch um eine Lebensphilosophie. Die veränderte Ernährungsweise von ganzen Bevölkerungsgruppen entsteht meist auf der Suche nach einem gesünderen Lifestyle und die Befürworter einer bestimmten Ernährungsweise nehmen dafür einen Verzicht auf bestimmte Lebensmittel oder auch Zubereitungsarten in Kauf. 


Welche Gründe haben Ernährungstrends?

Bestimmte Ernährungsweisen werden nicht zuletzt durch ethische und religiöse Einstellungen mitbestimmt. Hierzulande werden die Ernährungstrends vor allem auch durch folgende Entwicklungen geprägt:

  • So sorgt unter anderem die Globalisierung für einen grundlegenden Wandel. Lebensmittel wie Amaranth und Quinoa gehören in vielen Ländern schon lange zur Grundversorgung. Sind hier jedoch erst seit einiger Zeit im Trend.
  • Der starke Anstieg des Fleischkonsums und die damit einhergehende Massentierhaltung führte nicht zuletzt dazu, dass viele Menschen den Konsum von Fleisch hinterfragen.
  • Auch eine immer stärkere Auseinandersetzung mit der eigenen Gesundheit ist zu beobachten. Gesunde und bewusste Ernährung liegt auch durch veränderte Lebensgewohnheiten im Trend. Die Menschen verbringen zunehmend Zeit bei der Arbeit, haben wenig Zeit zum Kochen und essen oft außer Haus. Dabei bietet sich leichte, gesunde Kost an.
  • Gleichermaßen sorgt auch die Auseinandersetzung mit dem veränderten Klima für ein verändertes Essverhalten. Der Konsum von Lebensmitteln, die eine schlechte Klimabilanz haben, wird reduziert. Besonders auf Fleisch und andere tierische Produkte wird verzichtet.


Welche Ernährungstrends gibt es?

Vegetarisch und Vegan – Wer isst was?

Laut des Vegetarierbundes (ProVeg Deutschland) leben in Deutschland rund acht Millionen Menschen vegetarisch, 1,3 Millionen bevorzugen eine vegane Ernährung. Die Gründe für diese Ernährungsweisen können vielfältig sein. Die Umstellung kann zum Beispiel aus ernährungsphysiologischen Gründen oder geschmacklichen Vorlieben erfolgen, um das Erdklima zu schützen oder einfach aus ethischen oder religiösen Gründen. Vegetarier verzichten grundsätzlich auf Fleisch. Sie lassen sich in folgende Gruppen unterteilen:

  • Ovo-Lakto-Vegetarier: Essen neben pflanzlichen Lebensmitteln auch Milch, Milchprodukte und Eier, verzichten aber auf Fleisch und Fisch.
  • Lakto-Vegetarier: Essen neben pflanzlichen Lebensmitteln auch Milch und Milchprodukte und verzichten neben Fleisch und Fisch auch auf Eier.
  • Ovo-Vegetarier: Verzichten sowohl auf Fleisch und Fisch sowie Milchprodukte. Stattdessen konsumieren Sie rein pflanzliche Lebensmittel und Eier. 
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Flexitarier und Pescetarier - Flexible Form des Vegetarismus

Flexitarier oder auch „Teilzeit-Vegetarier“ möchten die Umwelt schützen und achten auf Qualität und Herkunft. Wenn Fleisch, dann von guter Qualität. Pescetarier wollen ein Zeichen gegen unwürdige Haltung in der Landwirtschaft setzen. Sie ernähren sich stark pflanzenbasiert, essen aber Fisch und Meeresfrüchte. Das Wichtigste in Kürze sowie weitere Informationen finden Sie in unserem PDF über vegetarische Ernährung.

Veganer – Aus Überzeugung pflanzlich

Der Veganer zieht eine rein pflanzliche Ernährung vor. Er verzichtet komplett auf Produkte tierischen Ursprungs wie Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukte. Häufig wird gleichzeitig auch auf Materialien wie Leder, Daunen, Pelz oder Seide verzichtet. Weitere Informationen über eine vegane Ernährung erhalten Sie in unserer PDF-Übersicht zur veganen Ernährung.

Frutarier – Essen, was die Natur hergibt

Die Gruppe der Frutarier ernährt sich streng vegan. Sie essen nur das, was die Natur freiwillig hergibt und die Pflanzen bei der Ernte nicht schädigt. Erlaubt sind daher Obst, Nüsse, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte. Frutarier meiden in der Regel Kartoffeln, Rote Bete, Rüben und Zwiebeln, da Wurzelteile während der Ernte beschädigt werden können. Für Frutarier ist es oft schwierig, einen abwechslungsreichen Speiseplan zusammenzustellen. Frutariern fehlen häufig wichtige Mineralien, Proteine und Vitamine, wodurch die Gefahr einer Mangelernährung besteht.

Paleo – Die Steinzeiternährung

Die Paleo-Ernährungsform oder „Steinzeitdiät“ sieht vor, so zu essen, wie unsere Vorfahren vor vielen tausend Jahren: (Wild-)Fleisch und Fisch, Eier aus Freilandhaltung, Nüsse, Samen, naturbelassenes Gemüse, Kräuter, Pilze, Obst und Früchte. Man orientiert sich an der Ernährung der Jäger und Sammler, ohne Ackerbau und ohne Viehzucht. Verarbeitete Lebensmittel Milch und Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Getreideerzeugnisse sind tabu.

Paleo für Vegetarier und Veganer - geht das?


Für Vegetarier und Veganer sind Hülsenfrüchte aufgrund des hohen Eiweißgehaltes wichtig. Für Menschen, die Paleo betreiben, sind sie hingegen tabu. Vegetarier und Veganer, die Paleo betreiben möchten, sollten auf keinen Fall auf Hülsenfrüchte verzichten, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Anderenfalls kann die veränderte Ernährungsweise negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

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Glutenfrei – Krankheitsbild trifft Trend


Gluten ist das Klebereiweiß, das in Getreidearten wie Weizen, Dinkel, Gerste, Roggen, Hafer, Grünkern und Kamut (Khorasan-Weizen) vorkommt. Der Markt der glutenfreien Produkte boomt. Menschen verzichten aufgrund verschiedener Erkrankungen und Unverträglichkeiten auf Gluten.
Darüber hinaus ernähren sich immer mehr Menschen – auch ohne medizinischen Grund – glutenfrei. Zurzeit kaufen rund 14 Prozent der deutschen Haushalte glutenfreie Lebensmittel.

In unserem Magazin lesen Sie mehr zum Thema Glutenunverträglichkeit.

 

 

Superfoods – Heimisch und exotisch

Exoten wie Açai-Beeren, Goji-Beeren, Maca und Chia-Samen werden als sogenanntes Superfood beworben und tauchen als Zutaten immer häufiger in Lebensmitteln auf. Eine wissenschaftliche oder lebensmittelrechtliche Definition des Begriffes „Superfood“ gibt es nicht. Superfoods sind meist natürliche Lebensmittel, bestimmte Früchte oder spezielle Pflanzen, denen man eine positive gesundheitliche Wirkung nachsagt. Die derzeit populärsten Superfoods kommen aus weit entfernten tropischen oder arktischen Regionen. Superfoods wachsen aber auch direkt vor unserer Haustür. Dazu gehören: Rote Beete, Knoblauch, heimische Beeren, Hirse, Leinsamen oder Nüsse. Sie möchten mehr erfahren? In unserem Magazintext Superfoods oder im "Video zu den Superfoods" erfahren Sie was wirklich hinter den Superfoods steckt.

Clean Eating – Der natürliche Weg

„Clean Eating“ bedeutet so viel wie sauberes und reines Essen. Man geht bei diesem Ernährungstrend einen Schritt zurück zur Natur. Empfohlen wird eine Ernährungsweise mit viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukten, mageres Fleisch, wenig Fett, möglichst naturbelassen und vollwertig. Industriell verarbeitete Produkte sollen gemieden werden und die Ernährungsempfehlungen erinnern an das Prinzip der Vollwerternährung.

Sind Ernährungstrends gesund?

Die Gründe einem Ernährungstrend zu folgen sind vielfältig. Damit ein Ernährungstrend dem Körper nicht schadet, ist eine bewusste Ernährung besonders wichtig. Gleichzeitig sollte die „neue“ Ernährung Spaß machen. Denn Essen macht nur dann Freude, wenn es auch gut schmeckt.


Was sind Vor- und Nachteile der jeweiligen Ernährungstrends?

Ernährungstrends bringen in der Regel auch eine bewusste Auseinandersetzung mit der Ernährung mit sich. Vegetarier und Veganer ernähren sich meist vollwertiger als Fleischesser, wodurch sich gesundheitliche Vorteile ergeben. Eine bewusste Ernährung wirkt sich positiv auf dem gesundheitliche Allgemeinzustand aus. Ein aktiver Stoffwechsel, eine Vermeidung von Mangelerscheinungen sowie ein starkes Immunsystem sind ein paar wenige Vorteile bewusster und gesunder Ernährung.

Besonders bei extremen Ernährungsweisen ist eine bewusste Ernährung wichtig, um Mangelerscheinungen zu verhindern. Veganer und Frutarier sollten zum Beispiel darauf achten, dass ihr B12-Bedarf gedeckt ist. Ein abwechslungsreicher Speiseplan kann dies gewährleisten.

apetito setzt sich mit Ernährungstrends auseinander

Als Essenslieferant für Kitas, für Schulen, für Unternehmen und für Werkstätten setzen auch wir von apetito uns mit den bestehenden und kommenden Ernährungstrends auseinander. Unsere Ernährungsberatung erarbeitet mit Ihnen Speisenpläne, die auf die Bedürfnisse und Vorlieben Ihrer Einrichtung angepasst sind und berät Sie zum Thema Allergenmanagement.


Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf und lassen Sie sich von uns beraten.

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