Fleischkonsum reduzieren: Warum weniger Fleisch zu essen gut für die Gesundheit und das Klima ist
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Weniger Fleisch essen: Was passiert?
Empfehlungen der DGE zum Fleischkonsum
Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) sollten Erwachsene nicht mehr als 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche essen. Dieser Richtwert reicht aus, um den Bedarf wichtiger Nährstoffe zu decken, sofern die Ernährung durch andere tierische Lebensmittel wie Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte ergänzt wird.
Fleisch ist zweifellos ein geeigneter Lieferant für Eiweiß, Eisen, Selen, Zink und Vitamin B12. Aber: Ein übermäßiger Verzehr von Fleisch und Wurst kann das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Dies ist auf die unerwünschten Bestandteile wie gesättigte Fettsäuren und Cholesterin zurückzuführen.
Rotes und weißes Fleisch: Was ist der Unterschied?
Tipps für einen bewussten Fleischkonsum
Wer Fleisch und Wurst genießt, sollte auch die Qualität und Zubereitung berücksichtigen. Wir geben Ihnen praktische Tipps, wie Sie Ihren Fleischkonsum gestalten können:
- Befolgen Sie die 300-Gramm-Regel: Verteilen Sie diese Menge auf ein bis zwei Portionen Fleisch (jeweils etwa 120 g) und eine Portion mageren Wurstaufschnitt (etwa 30 g) pro Woche.
- Greifen Sie zu fettarmen Varianten: Zu den fettarmen Fleischsorten zählen vor allem Geflügel wie Hähnchen- und Putenfleisch. Bevorzugen Sie magere Stücke wie Filet oder Hüfte. Fettarme Wurstsorten sind zum Beispiel Geflügelwurst, Putenbrust oder Kochschinken.
- Setzen Sie auf pflanzliche Lebensmittel: Füllen Sie Ihren Teller vermehrt mit Gemüse. Ergänzen Sie Ihre Ernährung mit Hülsenfrüchten wie Linsen, Kichererbsen oder Bohnen, die hervorragende Eiweißlieferanten und geeignete Alternativen zu Fleisch sind. Auch Nüsse, Samen und Vollkornprodukte liefern wichtige Nährstoffe wie Zink und Eisen.
„Reduce-Remix-Replace“-Strategie
Wer weitere Tipps sucht, dem hilft die sogenannte „Reduce-Remix-Replace“-Strategie, auch 3-R-Strategie genannt. Sie bietet einfache Wege, um den Konsum tierischer Lebensmittel zu reduzieren, ohne dabei auf Genuss und Vielfalt auf dem Teller verzichten zu müssen. Mit den folgenden drei Herangehensweisen lässt sich schrittweise auch der Fleischkonsum verringern:In dieser Strategie finden sich breite Bevölkerungsgruppen wieder – von Personen, die viele tierische Produkte verzehren bis hin zu solchen, die ganz darauf verzichten. Die einzelnen Ansätze bieten jeder Person die Möglichkeit, individuell an ihrer Ausgangssituation anzusetzen.
Flexitarier – die flexiblen Vegetarier
Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst dafür, ihren Fleischkonsum zu reduzieren, jedoch nicht vollständig darauf zu verzichten – sie ernähren sich flexitarisch. Dieser Trend zeigt, dass eine pflanzenbasierte Ernährung längst nicht mehr nur ein Nischenphänomen ist, sondern ein fester Bestandteil moderner Esskultur. Wer dauerhaft wenig Fleisch essen möchte, findet in diesem flexiblen Modell einen möglichen Einstieg in eine bewusstere Ernährungsweise.
Warum weniger Fleisch essen? Umweltauswirkungen im Blick
Die Fleischproduktion belastet die Umwelt deutlich stärker als die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel. Die Landwirtschaft verbraucht für die Haltung und Fütterung der Tiere in der Regel mehr Ressourcen wie Wasser und Land und verursacht höhere Treibhausgas-Emissionen. Ein bewusster Fleischkonsum hat daher nicht nur Vorteile für die Gesundheit, sondern kommt auch der Umwelt zugute.
Diesen Zusammenhang betont auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) in ihren aktuellen Ernährungsempfehlungen „Gut essen und trinken“ sowie in den Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung. Eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährung sollte demnach aus überwiegend pflanzlichen Lebensmitteln bestehen und sinnvoll mit tierischen Lebensmitteln ergänzt werden. Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe und der hohen Treibhausgas-Emissionen gilt es, vor allem bei Produkten von Wiederkäuern wie Rind, Schaf und Ziege darauf zu achten, diese nur gelegentlich in den Speiseplan zu integrieren.
Rindfleisch und Klima: Ein Problemgas namens Methan
Rinder sind Wiederkäuer und erzeugen aufgrund ihres Verdauungsvorgangs hohe Emissionen an Methan (CH4), einem besonders klimaschädlichen Gas. Methan ist rund 25-mal so wirksam wie Kohlendioxid (CO₂). Eine Veränderung der Ernährung hin zu mehr pflanzlichen Lebensmitteln und die damit einhergehende Verringerung der Tierbestände bei den Wiederkäuern ist eine effiziente Maßnahme, um Methan-Emissionen zu reduzieren.Weniger Fleisch: Wichtige Stellschraube zum Schutz unseres Klimas
Bereits durch kleine Veränderungen in der Speiseplangestaltung können positive Effekte in Richtung Klimafreundlichkeit erzielt werden. Wer bestimmte Lebensmittel durch klimaschonendere Alternativen austauscht, kann auf einfache Weise einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Bereits die Reduzierung der Fleischmenge oder der Angebotshäufigkeit trägt zu einer Minimierung der Treibhausgas-Emissionen bei. Auch die Wahl der Fleischsorte ist entscheidend: Rindfleisch hat eine besonders ungünstige Klimabilanz und sollte daher nur in Maßen verzehrt werden. Geflügel- oder Schweinefleisch verursachen etwas weniger Treibhausgas-Emissionen und können eine Alternative darstellen.
Noch besser: Ersetzen Sie Fleischgerichte gelegentlich durch fleischlose Alternativen. In unserem Magazin finden Sie die wichtigsten Tipps für eine klimafreundliche Ernährung auch für andere Lebensmittelgruppen zusammengefasst.
Fleischersatz: Pflanzliche Alternativen, um den Fleischkonsum zu senken
Sind Hülsenfrüchte umweltfreundlich und geeignet als Fleischersatz?
Ja, Hülsenfrüchte sind umweltfreundlich und gut für das Klima. Sie binden Stickstoff aus der Luft, setzen ihn im Boden frei und können so den Einsatz von Stickstoffdüngern reduzieren. Außerdem verursachen sie deutlich weniger Treibhausgas-Emissionen als tierische Produkte: Der CO2-Fußabdruck eines Kilogramms Rindfleisch liegt beispielsweise bei 13,6 Kilogramm CO2-Äquivalente (CO2e), während Kichererbsen aus der Dose nur 1,3 Kilogramm CO2e verursachen.
Auch als Fleischersatz sind Hülsenfrüchte eine ausgezeichnete Wahl. Der Handel bietet inzwischen eine große Auswahl an Fleischersatzprodukten auf Basis von Hülsenfrüchten an. Dank ihres hohen Eiweißgehalts sind sie ein wichtiger Bestandteil einer pflanzenbasierten Ernährung. Fleischgerichte lassen sich oftmals ganz einfach durch Hülsenfrüchte ersetzen: Probieren Sie zum Beispiel einmal, Fleischbällchen durch würzige Falafel auszutauschen.
Die wichtigsten Vorteile von Hülsenfrüchten haben wir übersichtlich für Sie zusammengestellt.
Fazit: weniger Fleisch ist mehr
Weniger tierische Lebensmittel und weniger Fleisch zu essen, hat nicht nur gesundheitliche Vorteile. Eine solche Ernährungsweise kommt auch unserer Umwelt und dem Klima zugute. Tierische Lebensmittel sollten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) nur etwa ein Viertel des täglichen Speiseplans ausmachen. Das ist deutlich weniger, als die Deutschen tatsächlich im Durchschnitt essen.
Weniger Fleisch zu essen bedeutet aber nicht, vollständig darauf verzichten zu müssen. Das „weniger“ sollte gleichzeitig einem „besser“ entsprechen, sodass ein geringer Konsum von qualitativ hochwertigen Produkten im Vordergrund einer gesunden und klimafreundlichen Ernährung stehen sollte.
Wir von apetito fördern eine abwechslungsreiche und pflanzenbasierte Ernährung, wie sie auch von der DGE empfohlen wird. Entdecken Sie die vielfältigen Möglichkeiten einer pflanzenbasierten Ernährung und erfahren Sie mehr über unsere Initiative „Den Tisch gemeinsam bunter denken“. Weitere Informationen und praktische Tipps finden Sie auch in unserem E-Book.
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Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (o. J.): Fleisch und Wurst – weniger ist mehr. Die DGE-Empfehlungen, [online] https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/fleisch-und-wurst/ [04.03.2026].
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Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (2021): Gut für die Gesundheit: Viel Gemüse & Obst, wenig Fleisch, [online] https://www.dge.de/presse/meldungen/2021/gut-fuer-die-gesundheit-viel-gemuese-obst-wenig-fleisch/ [04.03.2026].
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Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (2023): DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Betrieben, Behörden und Hochschulen, 6. Auflage, Bonn.
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Reinhardt G, Gärtner S, Wagner T (2020): Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland, Heidelberg.
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Verbraucherzentrale NRW (2025): Wie viel Fleisch ist das richtige Maß?, [online] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/wie-viel-fleisch-ist-das-richtige-mass-5535 [04.03.2026].
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Wissenschaftlicher Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) (2025): Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch: Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln als Beitrag zu einer nachhaltigeren Ernährung, [online] https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ministerium/Beiraete/agrarpolitik/alternativprodukte-tierische-lebensmittel.html [04.03.2026].
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WWF Deutschland (2025): Gesund und (fast) fleischlos essen in der Familie, [online] https://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/familienaktivitaeten/fleisch-essen-in-der-familie [04.03.2026].