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Fleischkonsum reduzieren: Warum weniger Fleisch zu essen gut für die Gesundheit und das Klima ist

Lesezeit: 7 Minuten

Immer mehr Menschen setzen sich mit ihrem Fleischkonsum auseinander und denken darüber nach, weniger Fleisch zu essen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt, den Fleischkonsum zu reduzieren – sowohl aus gesundheitlichen als auch aus ökologischen Gründen. Lesen Sie hier, warum ein maßvoller Fleischverzehr sinnvoll ist, worauf Sie achten sollten und welche Alternativen es gibt.
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Weniger Fleisch essen: Was passiert?

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    Gesundheit: Eine Ernährung mit wenig Fleisch kann dazu beitragen, das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2 zu reduzieren. 
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    Klima: Den Fleischkonsum zu verringern, ist eine gute Idee, denn bereits die Reduzierung der Fleischmenge und/oder der Verzehrhäufigkeit trägt zu einer Minimierung der Treibhausgas-Emissionen bei.
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    Ernährungssicherheit: Die Erzeugung von Rindfleisch verbraucht deutlich mehr Ressourcen wie Landfläche und Wasser als der Anbau von zum Beispiel Kartoffeln oder Getreide. Weniger Fleisch zu essen kann dabei helfen, alle Menschen auf der Erde zu ernähren.
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    Fragen? Unser Magazinbeitrag bietet detaillierte Antworten zu den Vorteilen einer pflanzenbasierten Ernährung.

Empfehlungen der DGE zum Fleischkonsum

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) sollten Erwachsene nicht mehr als 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche essen. Dieser Richtwert reicht aus, um den Bedarf wichtiger Nährstoffe zu decken, sofern die Ernährung durch andere tierische Lebensmittel wie Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte ergänzt wird. 

Fleisch ist zweifellos ein geeigneter Lieferant für Eiweiß, Eisen, Selen, Zink und Vitamin B12. Aber: Ein übermäßiger Verzehr von Fleisch und Wurst kann das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Dies ist auf die unerwünschten Bestandteile wie gesättigte Fettsäuren und Cholesterin zurückzuführen.

Rotes und weißes Fleisch: Was ist der Unterschied?

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    Rotes Fleisch stammt von Rind, Schwein, Lamm und Ziege. 
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    Weißes Fleisch ist das Fleisch von Geflügel wie Huhn oder Pute.
Wenn Sie Fleisch und Wurst essen, sollten Sie auf eine abwechslungsreiche Auswahl zwischen rotem und weißem Fleisch achten. Die Abwechslung sorgt für eine gute Nährstoffversorgung bei einem geringen Risiko für Krankheiten.

Tipps für einen bewussten Fleischkonsum

Wer Fleisch und Wurst genießt, sollte auch die Qualität und Zubereitung berücksichtigen. Wir geben Ihnen praktische Tipps, wie Sie Ihren Fleischkonsum gestalten können:

  1. Befolgen Sie die 300-Gramm-Regel: Verteilen Sie diese Menge auf ein bis zwei Portionen Fleisch (jeweils etwa 120 g) und eine Portion mageren Wurstaufschnitt (etwa 30 g) pro Woche. 
  2. Greifen Sie zu fettarmen Varianten: Zu den fettarmen Fleischsorten zählen vor allem Geflügel wie Hähnchen- und Putenfleisch. Bevorzugen Sie magere Stücke wie Filet oder Hüfte. Fettarme Wurstsorten sind zum Beispiel Geflügelwurst, Putenbrust oder Kochschinken.
  3. Setzen Sie auf pflanzliche Lebensmittel: Füllen Sie Ihren Teller vermehrt mit Gemüse. Ergänzen Sie Ihre Ernährung mit Hülsenfrüchten wie Linsen, Kichererbsen oder Bohnen, die hervorragende Eiweißlieferanten und geeignete Alternativen zu Fleisch sind. Auch Nüsse, Samen und Vollkornprodukte liefern wichtige Nährstoffe wie Zink und Eisen.

„Reduce-Remix-Replace“-Strategie

Wer weitere Tipps sucht, dem hilft die sogenannte „Reduce-Remix-Replace“-Strategie, auch 3-R-Strategie genannt. Sie bietet einfache Wege, um den Konsum tierischer Lebensmittel zu reduzieren, ohne dabei auf Genuss und Vielfalt auf dem Teller verzichten zu müssen. Mit den folgenden drei Herangehensweisen lässt sich schrittweise auch der Fleischkonsum verringern:
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    Reduce: Portionsgrößen tierischer Produkte verkleinern
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    Remix: Tierische Produkte mit pflanzlichen Zutaten kombinieren
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    Replace: Tierische Produkte vollständig durch pflanzliche Alternativen ersetzen 

In dieser Strategie finden sich breite Bevölkerungsgruppen wieder – von Personen, die viele tierische Produkte verzehren bis hin zu solchen, die ganz darauf verzichten. Die einzelnen Ansätze bieten jeder Person die Möglichkeit, individuell an ihrer Ausgangssituation anzusetzen.

Flexitarier – die flexiblen Vegetarier

Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst dafür, ihren Fleischkonsum zu reduzieren, jedoch nicht vollständig darauf zu verzichten – sie ernähren sich flexitarisch. Dieser Trend zeigt, dass eine pflanzenbasierte Ernährung längst nicht mehr nur ein Nischenphänomen ist, sondern ein fester Bestandteil moderner Esskultur. Wer dauerhaft wenig Fleisch essen möchte, findet in diesem flexiblen Modell einen möglichen Einstieg in eine bewusstere Ernährungsweise.

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Flexitarierinnen und Flexitarier folgen unterschiedlichen Motiven: Sie lehnen die Massentierhaltung ab, möchten die Umwelt und das Klima schützen, ihre Gesundheit fördern – und trotzdem nicht ganz auf Fleisch verzichten. Mehr über die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung erfahren Sie in unserem ausführlichen Magazinbeitrag.

Warum weniger Fleisch essen? Umweltauswirkungen im Blick

Die Fleischproduktion belastet die Umwelt deutlich stärker als die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel. Die Landwirtschaft verbraucht für die Haltung und Fütterung der Tiere in der Regel mehr Ressourcen wie Wasser und Land und verursacht höhere Treibhausgas-Emissionen. Ein bewusster Fleischkonsum hat daher nicht nur Vorteile für die Gesundheit, sondern kommt auch der Umwelt zugute. 

Diesen Zusammenhang betont auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) in ihren aktuellen Ernährungsempfehlungen „Gut essen und trinken“ sowie in den Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung. Eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährung sollte demnach aus überwiegend pflanzlichen Lebensmitteln bestehen und sinnvoll mit tierischen Lebensmitteln ergänzt werden. Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe und der hohen Treibhausgas-Emissionen gilt es, vor allem bei Produkten von Wiederkäuern wie Rind, Schaf und Ziege darauf zu achten, diese nur gelegentlich in den Speiseplan zu integrieren.

Rindfleisch und Klima: Ein Problemgas namens Methan

Rinder sind Wiederkäuer und erzeugen aufgrund ihres Verdauungsvorgangs hohe Emissionen an Methan (CH4), einem besonders klimaschädlichen Gas. Methan ist rund 25-mal so wirksam wie Kohlendioxid (CO₂). Eine Veränderung der Ernährung hin zu mehr pflanzlichen Lebensmitteln und die damit einhergehende Verringerung der Tierbestände bei den Wiederkäuern ist eine effiziente Maßnahme, um Methan-Emissionen zu reduzieren.

Weniger Fleisch: Wichtige Stellschraube zum Schutz unseres Klimas

Bereits durch kleine Veränderungen in der Speiseplangestaltung können positive Effekte in Richtung Klimafreundlichkeit erzielt werden. Wer bestimmte Lebensmittel durch klimaschonendere Alternativen austauscht, kann auf einfache Weise einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. 

Bereits die Reduzierung der Fleischmenge oder der Angebotshäufigkeit trägt zu einer Minimierung der Treibhausgas-Emissionen bei. Auch die Wahl der Fleischsorte ist entscheidend: Rindfleisch hat eine besonders ungünstige Klimabilanz und sollte daher nur in Maßen verzehrt werden. Geflügel- oder Schweinefleisch verursachen etwas weniger Treibhausgas-Emissionen und können eine Alternative darstellen. 

Noch besser: Ersetzen Sie Fleischgerichte gelegentlich durch fleischlose Alternativen. In unserem Magazin finden Sie die wichtigsten Tipps für eine klimafreundliche Ernährung auch für andere Lebensmittelgruppen zusammengefasst.

Fleischersatz: Pflanzliche Alternativen, um den Fleischkonsum zu senken

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Alternativen für Fleisch eigenen sich besonders, um den Einstieg in eine pflanzenbasierte Ernährung zu erleichtern. Wer sich für Fleischalternativen entscheidet, sollte beim Kauf kritisch das Zutatenverzeichnis sowie die Nährstoffangaben auf dem Etikett prüfen und sich mit den Vor- und Nachteilen von Fleischersatz vertraut machen. Einige pflanzliche Ersatzprodukte enthalten hohe Mengen an Salz, Zucker oder Fett. Achten Sie auf Produkte mit einer ausgewogenen Nährstoffzusammensetzung und einem geringen Gehalt an Zusatzstoffen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Magazinbeitrag zum Thema Fleischersatz.

Sind Hülsenfrüchte umweltfreundlich und geeignet als Fleischersatz?

Ja, Hülsenfrüchte sind umweltfreundlich und gut für das Klima. Sie binden Stickstoff aus der Luft, setzen ihn im Boden frei und können so den Einsatz von Stickstoffdüngern reduzieren. Außerdem verursachen sie deutlich weniger Treibhausgas-Emissionen als tierische Produkte: Der CO2-Fußabdruck eines Kilogramms Rindfleisch liegt beispielsweise bei 13,6 Kilogramm CO2-Äquivalente (CO2e), während Kichererbsen aus der Dose nur 1,3 Kilogramm CO2e verursachen.

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Auch als Fleischersatz sind Hülsenfrüchte eine ausgezeichnete Wahl. Der Handel bietet inzwischen eine große Auswahl an Fleischersatzprodukten auf Basis von Hülsenfrüchten an. Dank ihres hohen Eiweißgehalts sind sie ein wichtiger Bestandteil einer pflanzenbasierten Ernährung. Fleischgerichte lassen sich oftmals ganz einfach durch Hülsenfrüchte ersetzen: Probieren Sie zum Beispiel einmal, Fleischbällchen durch würzige Falafel auszutauschen. 

Die wichtigsten Vorteile von Hülsenfrüchten haben wir übersichtlich für Sie zusammengestellt.

Fazit: weniger Fleisch ist mehr 

Weniger tierische Lebensmittel und weniger Fleisch zu essen, hat nicht nur gesundheitliche Vorteile. Eine solche Ernährungsweise kommt auch unserer Umwelt und dem Klima zugute. Tierische Lebensmittel sollten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) nur etwa ein Viertel des täglichen Speiseplans ausmachen. Das ist deutlich weniger, als die Deutschen tatsächlich im Durchschnitt essen. 

Weniger Fleisch zu essen bedeutet aber nicht, vollständig darauf verzichten zu müssen. Das „weniger“ sollte gleichzeitig einem „besser“ entsprechen, sodass ein geringer Konsum von qualitativ hochwertigen Produkten im Vordergrund einer gesunden und klimafreundlichen Ernährung stehen sollte. 

Wir von apetito fördern eine abwechslungsreiche und pflanzenbasierte Ernährung, wie sie auch von der DGE empfohlen wird. Entdecken Sie die vielfältigen Möglichkeiten einer pflanzenbasierten Ernährung und erfahren Sie mehr über unsere Initiative „Den Tisch gemeinsam bunter denken“. Weitere Informationen und praktische Tipps finden Sie auch in unserem E-Book.

Artikel vom 01.04.2026