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19.02.2021

Laktoseunverträglichkeit

Alles rund um die Ernährung bei Laktoseintoleranz

Laktose (auch Milchzucker genannt) ist ein natürlicher Bestandteil der Milch und in unterschiedlicher Menge in allen Milchprodukten enthalten. Die Laktoseintoleranz ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, die sich auf Laktose bezieht und keine Allergie. Sie entwickelt sich meist im Jugend- und Erwachsenenalter und kann verschiedene Ursachen haben. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) leiden etwa 15 – 20 % der Deutschen an einer Laktoseintoleranz.

Erfahren Sie hier alles rund um die Ernährung bei Laktoseunverträglichkeit und laden Sie unsere PDF-Übersicht mit allen relevanten Informationen bequem herunter. Wir geben Ihnen Tipps, was Sie bei dieser Unverträglichkeit alles beachten müssen. 

Laktoseunverträglichkeit: Ursachen und Auslöser 

Ein Mangel an dem Enzym Laktase ist selten angeboren. Mit zunehmendem Alter kann es zu dem Enzymmangel kommen. Allerdings können auch Darmerkrankungen zu einer Unverträglichkeit führen. Dann spricht man von einer sekundären Form, also einer erworbenen Laktoseintoleranz. Den Betroffenen steht das Enzym Laktase nicht oder in nicht ausreichender Menge zur Verfügung. Laktoseintolerante Personen reagieren somit unterschiedlich stark auf den Verzehr von Milch- und Milchprodukten. Das liegt daran, dass die Enzymproduktion meistens nicht vollständig aussetzt. Aber was passiert im Körper? Die Laktose, ein sogenannter Zweifachzucker, besteht aus den Einfachzuckern Glukose und Galaktose. Bei gesunden Menschen wird die Laktose durch das Enzym Laktase im Dünndarm aufgespalten. Bei einer Laktoseunverträglichkeit hingegen verbleibt die nicht vollständig aufgespaltene Laktose im Darm und verursacht Beschwerden. 

apetito_Magazinbeitrag_Laktoseintoleranz

Symptome und Beschwerden - es rumort im Bauch 

Bei einer Laktoseintoleranz wandert die nicht aufgespaltene Laktose in untere Darmabschnitte. Dort dient die Laktose den Dickdarmbakterien sozusagen als Nahrung. Schon kurze Zeit nach der Aufnahme von laktosehaltigen Produkten können dabei im Darm Gase entstehen und es kommt zu folgenden Beschwerden:

  • ein aufgeblähter Bauch
  • Völlegefühl
  • Unterbauchschmerzen
  • starke Blähungen
  • Durchfall
  • Übelkeit 
  • Erbrechen

 

Diagnose – vom Verdacht bis zur Gewissheit

Ob wirklich eine Laktoseunvertäglichkeit vorliegt, sollte immer von einem Arzt diagnostiziert werden. Magen-Darm-Probleme können viele Ursachen haben. Daher dauert es manchmal ziemlich lange, bis der Patient endlich die richtige Diagnose hat. Sichere Ergebnisse liefern die Entnahme einer Dünndarmgewebeprobe oder ein Atemtest. Am häufigsten angewandt wird der H2-Atemtest (Wasserstoffatemtest). Unter ärztlicher Aufsicht trinkt der Patient 50 g in Wasser aufgelösten Milchzucker. Über ca. 3 Stunden wird dann der Wasserstoffgehalt (H2) des Atems gemessen. Befinden sich im Atem mehr als 20 ppm Wasserstoff (H2), ist von einer Laktoseintoleranz auszugehen.

apetito_Magazinbeitrag_Milch und Milchprodukte

Behandlung einer Laktoseunverträglichkeit

In den meisten Fällen lässt sich eine Laktoseunverträglichkeit gut behandeln. Die Betroffenen müssen je nach individueller Toleranzgrenze die Ernährung umstellen und den Verzehr von stark laktosehaltigen Lebensmitteln einschränken.

Ebenfalls lohnt es sich die Ernährung nach den Grundregeln einer bauchgesunden Ernährung zu beleuchten und Essmuster zu verändern. Hierbei hilft eine spezialisierte Ernährungsfachkraft im Rahmen einer individuellen Ernährungstherapie. Dabei kann das Führen eines Ernährungstagebuches von Vorteil sein. Auf diese Weise kann man herausfinden, wie hoch die eigene Toleranzgrenze beim Verzehr von Laktose ist. Oft kann beobachtet werden, dass z.B. ein Cappuccino nach dem Mittagessen gut oder besser vertragen wird, als wenn er auf nüchternem Magen getrunken wird. 

Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen vermeiden

In Milch und Milchprodukten sind viele wichtige Nährstoffe enthalten. Dazu zählen u.a. hochwertiges Protein (Eiweiß), Calcium, Vitamin B2 und Vitamin D. Das ersatzlose Streichen aller Milch und Milchprodukte aus dem täglichen Essen und ein genereller Verzicht ist meist nicht notwendig

Unsere Tipps:

  • Obwohl Sauermilchprodukte wie Joghurt, Dickmilch und Kefir Milchzucker enthalten, werden die Milchprodukte häufig gut vertragen. Grund hierfür sind die enthaltenen Milchsäurebakterien, die den Milchzucker abbauen.
  • Auch Hart-, Weich- und Frischkäse werden meist wegen ihres geringen Laktosegehaltes gut toleriert.
  • Darüber hinaus können laktosearmen und laktosefreien Spezialprodukten in den Speiseplan eingeplant werden. 
  • In Ausnahmefällen (z.B. beim Essen außer Haus) kann auf ein Präparat mit laktosespaltenden Enzymen zurückgegriffen werden.  

Der tägliche Calciumbedarf sollte über calciumreiche Lebensmittel wie beispielsweise milchzuckerreduzierte (laktosefreie) calciumangereicherte Spezialprodukte, grünes Gemüse, Nüsse, Kräuter und calciumreiches Mineralwasser (möglichst über 300 mg/l) gedeckt werden. Im Getränkemarkt lohnt sich der vergleichende Blick auf das Etikett der Mineralwasserflaschen.

 

Weitere Tipps und einen Einkaufsratgeber zum Thema „Ernährung bei Laktoseunverträglichkeit“ entnehmen Sie unserem PDF.  

Download - PDF „Ernährung bei Laktoseunverträglichkeit“

Augen auf beim Einkauf 

Milch einschließlich Laktose zählt laut der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) zu den kennzeichnungspflichtigen Allergenen. Ein Blick auf das Zutatenverzeichnis kann eine Orientierung sein. Beim Einkauf von nicht verpackter, loser Ware muss diese Information bereitgestellt werden. Nachfragen lohnt sich!

 

Schauen Sie auf das Etikett

Folgende Bezeichnungen im Zutatenverzeichnis weisen auf Laktose hin: Milchzucker, Laktose, Milch, Molke, Kondensmilch, Buttermilch, Kefir, Joghurt, Dickmilch, Quark, Sahne, Crème fraiche, Schmand, Butter, Käse, Kasein, Kaseinate, Milchpulver, Magermilch-pulver, Süßmolke, Sauermolke, Molkenpulver u.a..

apetito_Magazinbeitrag_Etikett lesen

Was bedeutet „laktosefrei“?

Marktüblich werden in Deutschland Produkte dann als "laktosefrei" gekennzeichnet, wenn deren Gehalt an Laktose und/oder Laktoseabbauprodukten kleiner als 0,1g/100 g bzw. ml des verzehrfertigen Lebensmittels ist. Der Hinweis „laktosefrei“ ist nur für Milcherzeugnisse und Käse geregelt, deren Laktosegehalt – in der Regel mittels Laktase – reduziert wurde. Der Laktosegehalt muss dann auf dem Produkt gekennzeichnet werden, beispielsweise mit „Laktosegehalt: unter 0,1 g/100 g“.

  

Kennen Sie schon unsere Broschüre „Nahrungsmittelallergien und weitere Unverträglichkeiten“? Diese Borschüre wurde in Kooperation mit dem Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) entwickelt und gibt Ihnen Hintergrundinformationen zu den wichtigsten Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten sowie weitere Tipps für eine richtige Lebensmittelauswahl.

apetito - Ihr Verpflegungsspezialist

Als Markt- und Innovationsführer für Gemeinschaftsverpflegung arbeiten wir von apetito an besten Ernährungslösungen für Menschen in unterschiedlichsten Verzehrsituationen.  

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