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31.05.2021

Was sind FODMAPs?

Ernährung bei Reizdarmsyndrom

Der Begriff FODMAP findet gerade im Zusammenhang mit Magen-Darm-Beschwerden zunehmend an Bedeutung. Bei der sogenannten FODMAPs-Diät wird auf bestimmte Kohlenhydrate verzichtet. Viele Betroffene mit Reizdarmsyndrom berichten, dass diese Form der Ernährung eine positive Wirkung auf typische Beschwerden hat. In der Ernährungstherapie wird die FODMAP-reduzierte Ernährung als ein möglicher Ansatz zur Symptomlinderung diskutiert.

Was sind FODMAPs?

FODMAPs sind kleine bis mittelgroße Kohlenhydrate wie Zucker und Zuckeralkohole, die bei sensiblen Personen  Beschwerden verursachen können. Die Abkürzung FODMAP steht für Fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccharide and (engl.) Polyole. Diese Kohlenhydrate sind natürlicherweise in vielen Lebensmitteln wie z.B. Getreide, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Zwiebeln enthalten. 

 

FODMAPs und Verdauung

FODMAPs werden von Darmbakterien abgebaut. Durch den Abbau können beispielsweise mehr Gase entstehen, was wiederum bei Betroffenen Blähungen hervorrufen kann. FODMAPs können außerdem die Eigenschaft haben, dass mehr Wasser in dem Darm fließt, was bei einigen Personen Durchfall auslösen kann. Menschen mit einem Reizdarmsyndrom reagieren empfindlicher auf die Prozesse im Darm.

apetito_Magazinbeitrag_FODMAP

Somit können FODMAP-reiche Lebensmittel wie z.B. Milch oder einige Gemüsesorten bei betroffenen Personen Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Blähungen verursachen. Eine FODMAP-ärmere Ernährung dagegen kann helfen, die Symptome zu reduzieren. Für gesunde Personen wird die Aufnahme von FODMAP als unkritisch betrachtet.   

Mittlerweile liegen einige Daten zum möglichen FODMAP-Gehalt der Lebensmittel vor. Die nachfolgende Übersicht gibt Ihnen eine grobe Orientierung zum FODMAP-Gehalt ausgewählter Lebensmittel. 

FODMAP-reichere

Lebensmittel-Beispiele

FODMAP-ärmere

Lebensmittel-Beispiele
  • Milch und Milchprodukte, Kokosmilch
  • Gemüse wie z.B. Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Porree, Spargel, Sauerkraut, Knoblauch und Pilze
  • Nüsse wie z.B. Pistazien oder Cashewnüsse
  • Obst wie z.B. Apfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Nektarien und Trockenfrüchte
  • Getreide und Getreideprodukte wie z.B. Weizen, Roggen, Bulgur und Süßkartoffeln
  • Zuckergesüßte Getränke, Kamille- und Fencheltee
  • Honig, Agavendicksaft und Zuckeralkohole (wie z.B. Sorbit, Mannit, Xylit), zugesetzte Fruktose, Laktose und Inulin

Unsere Tipps: 

  • Anwendung und Umsetzung nur in Begleitung einer Ernährungsfachkraft
  • Individuelle Verträglichkeit hängt u. a. von der Portionsgröße ab 

Weitere Informationen finden Sie z.B. in der DGE-Infothek „Essen und Trinken beim Reizdarmsyndrom“ (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., 2017).

  • laktosefreie Milch und Milchprodukte, Reisdrinks, laktosearme Käsesorten (z.B. Hart-, Schnittkäse) 
  • Gemüse wie z.B. Möhre, Zucchini, Aubergine, Spinat, Brokkoli, Paprika, Tomate, Gurke, Blattsalat, Pastinake, Sellerie und Kürbis
  • Nüsse und Samen wie z.B. Walnüsse, Erdnüsse, Kerne und Samen 
  • Obst wie z.B. Orange, Mandarine, Beeren, Kiwi, Banane, Honigmelone und Passionsfrucht 
  • Getreide und Getreideprodukte wie z.B. Kartoffeln, Hafer, Hirse, Quinoa, Reis, Mais, Sauerteigdinkelbrot und glutenfreie Brote 
  • Wasser, Kaffee und ungesüßter Pfefferminz-/Grüner Tee 
  • Ahornsirup, Zucker, Glukose, Dextrose, Süßstoffe und Stevia 

Unsere Tipps: 

  • Anwendung und Umsetzung nur in Begleitung einer Ernährungsfachkraft
  • Individuelle Verträglichkeit hängt u. a. von der Portionsgröße ab 

Weitere Informationen finden Sie z.B. in der DGE-Infothek „Essen und Trinken beim Reizdarmsyndrom“ (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., 2017).

Eine grobe Orientierung zum FODMAP-Gehalt in Lebensmitteln finden Sie in unserem PDF - FODMAP Tabelle

 

FODMAPs: Das Ernährungsprinzip

Beim FODMAP-Konzept spielt die individuelle Verträglichkeit und die Summe der aufgenommenen FODMAPs durch die Ernährung eine entscheidende Rolle.
Das Low-FODMAP-Konzept beruht darauf, dass kurzzeitig der FODMAP-Gehalt in der Ernährung auf ein verträgliches Minimum eingeschränkt wird. Eine entsprechende FODMAP-arme Kost kann so möglichweise die individuellen (Verdauungs-)Beschwerden reduzieren. Dieser doch etwas komplexere Ernährungsansatz sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt und einer Ernährungsfachkraft umgesetzt werden.

Jeder Jeder Mensch reagiert anders auf FODMAPs und besitzt seine eigene individuelle Toleranzgrenze. 

Ziel ist es, eine möglichst abwechslungsreiche Ernährung im Alltag umsetzen zu können, um auch Mangel- und Fehlernährung zu vermeiden. 

apetito_Magazinbeitrag_gruenes Gemuese liegt in Form eines Herzens

Umsetzung des FODMAP-Konzepts

Das FODMAP-Konzept erfolgt üblicherweise in drei Phasen. Bitte bedenken Sie, dass eine starke Einschränkung von FODMAP-haltigen Lebensmitteln nur über einen kurzen Zeitraum eingehalten werden darf. 

Es werden drei Phasen beschrieben:

  1. Die Karenzphase: 
    FODMAP-arme Eliminationsphase, in der FODMAP-reiche Lebensmittel durch FODMAP-arme Alternativen ersetzt werden
  2. Die Testphase: 
    Strukturiertes Wiedereinführen der FODMAP-haltigen Lebensmittel (austesten)
  3. Die Langzeiternährung: 
    Umsetzung der individuellen FODMAP-Begrenzung durch eine gut bekömmliche und praxisnahe Dauerernährung

Durch das schrittweise Wiedereinführen von verschiedenen Lebensmitteln wird die eigene Verträglichkeit ermittelt. Nur so kann für den Betroffenen eine möglichst ausgewogene Ernährung mit Symptomlinderung erreicht werden.


Gut zu wissen!

Der FODMAP-Ansatz ist noch nicht vollständig erforscht, jedoch kann das Ernährungskonzept ein möglicher Ansatz für die Ernährungstherapie von Reizdarmpatienten sein. Durch die individuelle Beratung und Begleitung einer Ernährungsfachkraft schafft es der Betroffene, einen Lösungsansatz für seine Beschwerden zu finden. Denn, Ernährung ist immer eine individuelle Sache! 

Sie haben Interesse an leicht bekömmlichen Ernährungsempfehlungen?

Dann informieren Sie sich gerne in unserem Magazinbeitrag rund um die Angepasste Vollkost über die Ernährung bei gastrointestinalen Erkrankungen.

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