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12.09.2019

Ernährung bei Histaminintoleranz

Ursachen, Symptome und Hilfe

Histamin zählt zu den sogenannten biogenen Aminen, die natürlicherweise im Körper vorkommen. Menschen, die eine erhöhte individuelle Empfindlichkeit gegen Histamin aufweisen, reagieren auf dieses biogene Amin mit einer Überempfindlichkeitsreaktion. Eine Histaminintoleranz, auch Histaminunverträglichkeit genannt, ist keine Allergie. Sie gehört vom Krankheitsbild medizinisch gesehen zu den Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

 

Was ist eine Histaminintoleranz?

Histamin kommt von Natur aus in fast allen Lebensmitteln vor. Es entsteht beim Ab- und Umbau der Aminosäure Histidin. Durch die Lagerung oder das Erhitzen von Lebensmitteln steigt die Konzentration im Lebensmittel an. Im Körper ist das Histamin für wichtige Funktionen zuständig. Beispielsweise regt es die Magensäure- und Schleimproduktion an und ist außerdem am Immunsystem beteiligt. Der Begriff Histaminintoleranz umschreibt ein Krankheitsbild, das aus dem Zusammenspiel vielfältiger Auslöser entsteht. Diese können zum einen histaminreiche Lebensmittel sein, zum anderen spielt die körpereigene Freisetzung von Histamin durch sogenannte Histaminliberatoren wie Stress, immunologische Reaktionen, Alkohol und Medikamente eine wichtige Rolle. 

Was passiert im Körper?

Bei der Histaminintoleranz liegt ein Ungleichgewicht zwischen der Histaminbildung, Histaminaufnahme und dem Histaminabbau vor. Normalerweise wird das Histamin durch das Enzym Diaminoxidase (DAO) im Dünndarm, aber auch in der Leber, im Blut und in den Nieren abgebaut. Liegt nun ein Mangel oder eine unzureichende Aktivität des Enzyms vor, steigt der Histamingehalt im Körper und es kann zu Beschwerden kommen.

Die Symptome sind sehr vielfältig. Das nicht abgebaute Histamin ruft entsprechend seiner vielfältigen Funktionen sehr unterschiedliche Beschwerden hervor, die denen einer allergischen Reaktion ähneln. Jeder Betroffene hat sein individuelles Beschwerdebild. Das können Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Husten, Asthma, Schnupfen, niedriger Blutdruck oder auch Herzrhythmusstörungen sein. 

apetito_Magazintext_gedeckter Tisch mit Rotwein und Salami

Histaminhaltige Lebensmittel 

Der Histamingehalt eines Lebensmittels ist nicht immer gleich. Durch bestimmte Prozesse wie Fermentation (Gärung), Reifung, Räuchern und durch die Lagerung kann der Gehalt an Histamin im Lebensmittel stark ansteigen. Zu den histaminhaltigen Lebensmitteln zählen:
Reifer Käse, Hartkäse, Wein (vor allem Rotwein), Tomaten, Sauerkraut, hochreife Avocados, Spinat, Linsen, Bohnen, einige Fischarten (Konserven), Schalentiere (Muscheln, Schnecken), Rohwurst (Salami), Pilze, Leber, Bananen, Ananas, Papaya, Rhabarber, rote Pflaumen, Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Feigen, Trockenobst, Nüsse, Kakao, koffeinhaltige Getränke und Schokolade.
Eine individuelle Austestung der vermutlich nicht vertragenen Lebensmittel ist im Fall der Histaminunverträglichkeit äußerst sinnvoll, da einige Nahrungsmittel möglicherweise in moderaten Portionsgrößen vertragen werden.

Eine Lebensmitteliste finden Sie hier.

apetito_Magazintext_frisches Gemüse

Unser Tipp


  • Frische oder tiefkühlfrische Lebensmittel bevorzugen
  • Eingekaufte Lebensmittel bei nicht direktem Verbrauch zeitnah einfrieren, dadurch wird langes Lagern bei Zimmertemperatur vermieden
  • Auf Geschmacksverstärker (Glutamat E 260-625) verzichten, die den Histaminabbau verhindern können
  • Fertigprodukte, Fast Food und Konserven meiden

 

Aufgepasst!

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sollte immer von einem Allergologen diagnostiziert und behandelt werden. Zudem sollte mit einer spezialisierten Ernährungsfachkraft ein individueller Ernährungsplan durchgesprochen werden.
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