Autoimmunerkrankungen: Ernährung als gezielte Unterstützung
Lesezeit: 4 Minuten
Die genauen Ursachen von Autoimmunerkrankungen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Neben genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen wird auch ein Zusammenhang zwischen Autoimmunerkrankungen und Ernährung vermutet. Wir zeigen, wie eine gezielte Ernährungsweise den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und das allgemeine Wohlbefinden fördern kann.
Was sind Autoimmunerkrankungen?
Autoimmunerkrankungen entstehen durch eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems, bei der körpereigene Zellen und Gewebe angegriffen werden. Dies führt oft zu chronischen Entzündungsreaktionen, die verschiedene Organe oder Systeme betreffen können.
Die Bandbreite dieser Erkrankungen ist groß und umfasst bekannte Krankheitsbilder wie Hashimoto-Thyreoiditis, Psoriasis (Schuppenflechte), Rheumatoide Arthritis, Diabetes mellitus Typ 1, Multiple Sklerose, Morbus Crohn (eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung) und Zöliakie. Dabei können die Symptome stark variieren und von Gelenkschmerzen über Verdauungsprobleme bis hin zu hormonellen Störungen reichen.
Chronische Entzündungsprozesse im Körper können daher mit Erkrankungen wie Rheuma, Diabetes mellitus oder Zöliakie zusammenhängen.
Was sind die Ursachen?
Die konkreten Auslöser von Autoimmunerkrankungen sind Gegenstand aktueller Forschung. Es wird angenommen, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren eine Rolle spielt, darunter beispielsweise:
- Genetische Veranlagung
- Hormonelle Einflüsse
- Infektionen
- Umweltfaktoren
- Stress
- Ernährung
Diese Faktoren können individuell variieren und sowohl die Entstehung als auch den Verlauf einer Autoimmunerkrankung beeinflussen.
Die Bedeutung der Ernährung bei Autoimmunerkrankungen
Die Wahl der richtigen Lebensmittel unterstützt den Körper aktiv im Umgang mit Autoimmunerkrankungen. Neben allgemeinen Empfehlungen gibt es gezielte Maßnahmen, die individuell auf die jeweilige Erkrankung abgestimmt werden sollten.
Zwar können der Verzehr von reichlich Gemüse, hochwertigen Fetten und ausreichend Proteinen für viele Betroffene bereits hilfreich sein, doch die effektivste Linderung der Symptome wird durch die Verknüpfung der Ernährung mit einem ganzheitlichen Therapieansatz erreicht.
Jede Autoimmunerkrankung hat spezifische Mechanismen und Auswirkungen auf den Körper, die eine individuell angepasste Herangehensweise erfordern:
Allgemeine Empfehlungen für Ihren Speiseplan
Ziel ist es, den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen, die für die allgemeine Gesundheit und die Funktion des Immunsystems wichtig sind. Ergänzend können Esspausen, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine schonende Zubereitung der Speisen helfen, den Körper zu entlasten. Die folgenden Empfehlungen für Ihren Speiseplan können Orientierung geben:Lebensstil und Ernährung als Fundament
Die bewusste Lebensmittelauswahl sollte als Teil eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes betrachtet werden, der weitere therapeutische Maßnahmen wie medikamentöse Therapien, Stressmanagement, Bewegung und eine professionelle Beratung einschließt. Die Kombination verschiedener Ansätze ermöglicht die effektive Behandlung von Autoimmunerkrankungen, wodurch die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig verbessert werden kann.
Autoimmunerkrankungen erfordern individuelle Ernährungsberatung
2026 widmet sich der Tag der gesunden Ernährung, ausgerichtet vom Verband für Ernährung und Diätetik e. V. (VFED), speziell dem Thema Autoimmunerkrankungen. Ziel ist es, das Bewusstsein für die wichtige Rolle der Ernährung als gezielte Unterstützung zu schärfen.
Eine professionelle Ernährungsberatung durch Fachkräfte wie Ernährungsmediziner:innen, Oecotropholog:innen oder Diätassistent:innen ist besonders empfehlenswert. Sie unterstützt dabei, die Ernährung gezielt an die individuellen Bedürfnisse und die jeweilige Erkrankung anzupassen. Zudem werden mögliche Unverträglichkeiten, Allergien sowie andere gesundheitliche Besonderheiten berücksichtigt, um die Therapie optimal zu ergänzen.
-
Hofmann L (2026): Antientzündliche Ernährung – wie seht sie aus und was kann sie?, in: VFED-Autoimmunerkrankungen und Ernährung, S. 39-46.
-
Klapa S, Drude L (2026): Ursachen, Symptome, Risikofaktoren, Diagnostik und Therapieansätze von Autoimmunerkrankungen, in: VFED-Autoimmunerkrankungen und Ernährung, S. 3-7.
-
Martin H-H, Völkner P (2023): Entzündungshemmende Ernährung bei Autoimmunerkrankungen, in: VFEDaktuell Plus, 196, S. 8-14.
-
Pappa A (2026): Autoimmunerkrankung Zöliakie: Diagnostik und Therapie, in: VFED-Autoimmunerkrankungen und Ernährung, S. 18-25.