Wie Ausschreibungen die Kita- und Schulverpflegung mitgestalten können
Noch vor wenigen Jahren waren Ausschreibungen für die Mittagsverpflegung in Kitas und Schulen eher die Ausnahme. Heute sind sie gängige Praxis. Was auf den ersten Blick wie ein rein bürokratischer Prozess wirkt, ist zugleich ein Instrument zur Berücksichtigung von Qualität, Transparenz und konkreten Anforderungen an die Verpflegung.
Der Weg zum passenden Mittagessen: Warum Ausschreibungen wichtig sind
Für öffentliche Träger wie Kommunen und Städte ist die Durchführung einer Ausschreibung abhängig vom konkreten Auftrag und seinem geschätzten Auftragswert vergaberechtlich vorgeschrieben. Das Vergaberecht soll die transparente Vergabe von öffentlichen Mitteln sicherstellen und unsachliche Bevorzugungen vermeiden. Es schafft Rahmenbedingungen für einen transparenten Wettbewerb zwischen Anbietern und dient eine Gleichbehandlung aller Beteiligten. Ob ein Auftrag europaweit bekannt gemacht werden muss, richtet sich insbesondere nach dem jeweils geltenden Schwellenwert, dem Auftraggeber, dem Auftragsgegenstand und dem geschätzten Auftragswert.
Doch die Vorteile reichen weit über die rechtlichen Aspekte hinaus. Ausschreibungen bieten die Chance, die Qualität der Verpflegung aktiv zu gestalten und zu verbessern. Denn durch die vielfach individuellen Rahmenbedingungen und Ansprüche der Kommunen, Gemeinden, Träger und Einrichtungen können sie zur Qualitätsentwicklung beitragen.1
So gelingt eine gut vorbereitete Ausschreibung
Jan Philipp Cordes Teamleiter Ausschreibungsmanagement
Wo früher viele Träger und Einrichtungen nur das Cook & Hold Verfahren in Betracht gezogen haben, werden Ausschreibungen derzeit immer häufiger offen gestaltet. Das heißt auch Verpflegungsanbieter, die Systeme wie zum Beispiel Cook & Freeze oder Cook & Chill anbieten, können an den Ausschreibungen teilnehmen. Für die ausschreibenden Stellen hat das den Vorteil, dass viele Anbieter an der Ausschreibung teilnehmen können.
Neben formalen Aspekten ist die klare Definition der Inhalte entscheidend. Bei den inhaltlichen Bestandteilen wird zwischen Eignungskriterien bzw. Ausschlusskriterien (Muss-Kriterien) und Wertungskriterien (Kann-Kriterien) unterschieden:
Qualität neben dem Preis
Eine der größten Herausforderungen ist die einseitige Fokussierung auf den Preis. Wenn der Preis das einzige Wertungskriterium ist, erhält oft der günstigste, nicht zwingend der am besten geeignete Anbieter den Zuschlag. Das kann zu Unzufriedenheit und Problemen während der Vertragslaufzeit führen.
Entsprechend ausgestaltete Ausschreibungen legen daher einen deutlich stärkeren Fokus auf Qualität, konkrete ökologische und soziale Kriterien und Service.
Gemeinsam zum Ziel
Ausschreibungen sind komplexe Prozesse, aber sie bieten eine große Chance. Sie sind ein Werkzeug, um die Mittagsverpflegung in Kitas und Schulen unter Berücksichtigung der vergaberechtlichen Anforderungen sowie konkreter Qualitäts-, Umwelt- und Bedarfskriterien zu gestalten. Indem alle Beteiligten – von Trägern über Einrichtungen bis hin zu Eltern und Anbietern – von Anfang an in den Prozess eingebunden werden, kann ein passendes Verpflegungsangebot gefunden werden, das die festgelegten Anforderungen der Einrichtung erfüllt.Treten Sie gerne für einen Informationsaustausch mit uns in Kontakt!
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Ausschreibung & Vergabe - Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung, Stand: 15.09.2025
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In form Deutschlands Initative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung
