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22.01.2021

Fastenarten im Überblick

Gesunder Verzicht für Körper und Seele

Warum nicht einfach mal Fasten, um so den Körper zu entlasten und im Handumdrehen ein paar Kilos loszuwerden? Beim Fasten wird über einen bestimmten Zeitraum freiwillig komplett oder teilweise auf bestimmte Speisen und Getränke verzichtet. Je nach Fastenart dauert der Nahrungsverzicht einige Stunden bis hin zu mehreren Tagen. In dieser Zeit nutzt der Körper Reserven, die er gesammelt hat.

Anders als vermutet, hängt der Ursprung des Fastens mit der Reinigung des Körpers zusammen. Durch den Verzicht von Nahrung soll neue Kraft geschöpft und Disziplin geübt werden. Hier geht es nicht um die Gewichtsreduktion. Übrigens: Frauen fasten deutlich häufiger als Männer, wie 2020 die Fern-Universität in Hagen bei einer Online-Befragung ermittelt hat.

Fasten ist nicht gleich Fasten

Intervallfasten

Seit einigen Jahren werden verschiedene Formen des Intervallfastens beschrieben. Die bekanntesten sind die 16:8 und 5:2 Methode sowie das alternierende Fasten. Bei allen drei Methoden geht es darum, die Nahrungsaufnahme für eine gewisse Zeit einzustellen. 

 

Die 16:8 Methode

Bei der 16:8 Methode wird acht Stunden wie gewohnt gegessen, in den verbleibenden 16 Stunden wird auf die Nahrungsaufnahme verzichtet und ausschließlich kalorienfreie Getränke wie Wasser, Tee oder schwarzer Kaffee getrunken. Es kann individuell entschieden werden, welche Mahlzeit ausgelassen wird. Ob lieber auf das Frühstück oder Abendbrot verzichtet wird, ist Geschmackssache.

apetito_Magazin_Fastenarten im Ueberblick_heißer Tee in einer Tasse

Die 5:2 Methode

Die 5:2 Methode erlaubt 
eine gewohnte Nahrungsaufnahme an fünf Tagen die Woche. An den weiteren zwei Tagen verringert sich die Kalorienzufuhr bei Frauen auf 500 kcal und bei Männern auf 600 kcal. Beim alternierenden Fasten wird jeden zweiten Tag gefastet. An diesen Tagen wird die Kalorienzufuhr auf 500-600 kcal heruntergefahren.  

 

Heilfasten

Beim Heilfasten ist das Ziel, den Körper zu entschlacken und so die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Als erstes wird beim Heilfasten der Darm gründlich gereinigt. Dazu wird meist Glauber- oder Bittersalz verwendet, aber auch Einläufe finden gelegentlich ihren Einsatz. Im Anschluss daran wird sieben bis zehn Tage keine feste Nahrung zu sich genommen und ausschließlich getrunken. Der Körper benötigt weiterhin Mineralstoffe, die er durch Gemüsebrühe oder mit Wasser verdünnte Obst- und Gemüsesäften erhält. Wissenschaftlich fundiert ist die Theorie des Entschlackens jedoch nicht. Der Körper reinigt sich ständig selber. Nahrungsbestandteile die wir nicht verwerten, werden so regelmäßig über den Darm und die Nieren ausgeschieden. 

apetito_Magazin_Fastenarten im Ueberblick_Schuessel mit Suppe

Modifiziertes Fasten

Beim „Modifizierten Fasten“ handelt es sich um eine gemäßigtere Form des Fastens. Dem Körper wird weiterhin eine Grundmenge an Nährstoffen zugeführt. Es ist wichtig eine ausreichende Menge an Eiweiß aufzunehmen um zu verhindern, dass körpereigenes Eiweiß abgebaut wird. Auch kleine Mengen an Kohlenhydraten sind erlaubt. Diese Nährstoffe werden dem Körper täglich in Form von Flüssigkeit zugeführt, die ca. 500 kcal enthält. Dadurch sind die Personen leistungsfähiger als beim totalen Fasten.

 

Was passiert beim Fasten im Körper? 

In der Regel werden am Tag durchschnittlich 2000 – 3000 kcal konsumiert. Mit dem Fasten sinkt die Kalorienzufuhr auf ungefähr 500 kcal. Deshalb muss der Körper seinen Stoffwechsel anpassen, er „läuft“ dann nur noch auf „Sparflamme“

Somit werden die Nährstoffreserven als Energiequelle genutzt. Die Energiereserven Glykogen (Speicherform von Glukose im Körper), Fett und Protein werden nun zur Energiegewinnung herangezogen. Zunächst wird das Glykogen aufgebraucht. Dann wird Eiweiß abgebaut und in Energie umgewandelt und erst nach 4 Tagen das Fett im Körper. Um einem übermäßigen Abbau von Protein (Muskulatur) im Körper entgegenzuwirken, werden bei vielen Fastenkuren wenige Kohlenhydrate in Form von Honig und Obstsäften angeboten.

 

Was müssen alle Fastenden beachten?

Das Fasten sollte im Vorfeld mit dem Hausarzt abgeklärt werden. Der Zeitraum des Fastens sollte gut überlegt sein. Zudem muss der Körper auf das Fasten vorbereitet werden. Das bedeutet, dass zwei Tage vorher vegetarische und leichte Kost verzehrt werden sollte. Der Fastende sollte an diesen beiden Tagen weniger essen als sonst. Das anschließende Fasten sollte – ohne ärztliche Aufsicht – nicht länger als zehn Tage dauern. Wichtig ist, dass während des Fastens viel zuckerfreies getrunken wird (ca. 2,5 l/Tag), wie z.B. Gemüsebrühe und Kräutertees. Auch Bewegung (schützt die Muskulatur) und Entspannung sind wichtige Aspekte beim Fasten und ihnen sollte genügend Zeit eingeräumt werden. Jede Fastenkur endet mit dem Fastenbrechen. Nach dem Fasten muss sich der Körper erst wieder an eine normale, feste Mahlzeit gewöhnen. Hierfür sollten drei Tage eingeplant werden. Es sollte, wie auch vor dem Fasten, eine vegetarische, leichte Kost bevorzugt werden. Darüber hinaus ist langsames und gründliches Kauen sehr wichtig. 

Übrigens: Fasten eignet sich nicht für jeden. Kinder und Jugendliche im Wachstum, Schwangere und Stillende und Personen mit einer Essstörung oder schwerwiegenden Erkrankungen ist vom Fasten abzuraten.

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