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10.07.2020

Alles zur Hühnereiallergie

Eine der häufigsten Nahrungsmittelallergien

Die Hühnereiallergie, auch kurz Ei-Allergie genannt, gehört mit der Kuhmilchallergie zu den häufigsten Allergien im Säuglings- und Kleinkindalter. Bei einer eindeutigen Allergiediagnose muss die Ernährung umgestellt und das allergieauslösende Nahrungsmittel gemieden werden. Diese frühkindliche Allergie verliert sich oftmals jenseits des fünften Lebensjahres, sodass Erwachsene nur selten von einer Hühnereiallergie betroffen sind.

Erfahren Sie alles rund um die Hühnerei-Allergie und laden Sie unsere PDF-Übersicht mit allen relevanten Informationen bequem herunter. Unsere Ernährungsberaterinnen geben Ihnen Tipps, wie Sie das Hühnerei ganz einfach in verschiedenen Speisen ersetzen können.

 

Die Symptome der Hühnereiallergie

Eine Hühnereiallergie kann verschiedene körperliche Symptome auslösen. Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich und reichen von Nesselausschlag, Rötungen, Juckreiz oder Schwellungen über Beschwerden im Magen-Darm-Trakt bis hin zu Kopfschmerzen, Atemnot und schweren Kreislaufbeschwerden.

Die wichtigsten Allergene: Ovalbumin und Ovomukoid

Das Hühnerei enthält im Eiklar und im Eigelb verschiedene allergene Eiweiße, die sowohl im rohen, als auch im erhitzten Zustand vorhanden sind. Eine allergische Reaktion ist sowohl auf das Eigelb als auch auf das Eiklar möglich, wobei die Wirkung – das sogenannte allergene Potenzial des Eiklars größer ist. 

Die wichtigsten Allergene der Hühnereiallergie heißen Ovalbumin und Ovomukoid und befinden sich im Eiweiß beziehungsweise im Eiklar. Beide Allergene sind hitzestabil. Das bedeutet: die Allergene werden auch durch Kochen oder Backen nicht zerstört. Bereits geringe Mengen Hühnerei können starke allergische Reaktionen hervorrufen. Umso wichtiger ist es, Hühnereier und daraus hergestellte Lebensmittel zu meiden. Das gilt auch für die Eier anderer Vogelarten. Dazu zählen Wachtel-, Enten-, oder Gänseeier.

apetito_Magazinbeitrag_Produkte aus Huehnerei

Therapie der Hühnereiallergie - Hühnereifreie Ernährung

Bei einer Allergiediagnose müssen Sie das Hühnerei vermeiden, also aus der Ernährung Ihres Säuglings beziehungsweise Kindes ausschließen. Dabei ist auch zu klären, wie lange die Ernährung umgestellt werden muss. Bei Säuglingen und heranwachsenden Kindern kann die Allergie von alleine wieder „verschwinden“, sodass nach 1-2 Jahren die Aktualität der Allergie überprüft werden muss. Eine eindeutige Diagnose ist von großer Bedeutung und sollte von einem Facharzt (Allergologen) gestellt werden. Mit einer spezialisierten Ernährungsfachkraft kann dann ein individueller Ernährungsplan erarbeitet werden. 

Eierspeisen wie Pfannkuchen, Rührei, Omelette oder das Frühstücksei sind bei einer Hühnereiallergie tabu. Die Schwierigkeit bei der Ernährungsumstellung besteht vor allem darin, das Hühnereiweiß in industriell hergestellten Lebensmitteln zu meiden. 

Hühnereier enthalten hochwertiges Eiweiß, Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B2 und Eisen. Für eine ausgewogene Ernährung ist das Hühnerei als solches jedoch nicht unbedingt notwendig, da diese Nährstoffe auch in anderen Lebensmitteln enthalten sind. 

apetito_Magazinbeitrag_Huehnereier auf einem Teller

Kennzeichnung von Hühnerei in industriell gefertigten Lebensmittel 

Bei einer Hühnereiallergie ist es unerlässlich die Zutatenliste beim Einkauf zu studieren.

Folgende Bezeichnungen im Zutatenverzeichnis weisen auf die Verwendung von Hühnereiweiß hin:

Ei, Eiprodukt, Vollei, Eigelb, Eiklar, Eipulver, Protein, Eiprotein, tierisches Eiweiß, Fremdprotein, Flüssigei, Flüssigeiklar, Flüssigeigelb, Gefrierei, Gefriereiklar, Gefriereiweiß, Trockenei, Trockeneiklar, - eiweiß, - eigelb, Eiöl, Lecithin*, E 322, Stabilisatoren, Emulgatoren.


*Lecithin kann auch pflanzlichen Ursprungs sein (z. B. Soja).

Auf einigen Verpackungen finden Sie den Hinweis „Kann Spuren von Ei enthalten“: Diese Angabe auf der Verpackung ist freiwillig und heißt, dass laut Rezept kein Hühnerei in dem jeweiligen Produkt enthalten ist, das Produkt an sich aber dennoch Spuren von Hühnerei enthalten kann. Hersteller verwenden mitunter diese Angabe der „Spurenkennzeichnung“, wenn durch die Produktion ungewollt geringe Mengen des Hühnereis in ein Lebensmittel gelangen können. Da auch geringe Mengen Hühnerei starke allergische Beschwerden auslösen können, sollten Sie auch diese Produkte meiden. 


Achtung Verwechslungsgefahr: Eiweiß und Protein

Bei der Verwendung des Begriffes „Eiweiß“ kommt es häufig zu Begriffsverwechslungen. Einerseits ist der Nährstoff „Eiweiß“ (auch Protein genannt) gemeint, andererseits wird das Eiklar des Hühnereis als Eiweiß bezeichnet. Wichtig ist daher: Die Nährwertangaben auf Verpackungen deuten nicht auf das Vorhandensein von Hühnerei im Produkt hin. Beinhaltet die Nährwerttabelle eine Angabe zum „Eiweiß“-Gehalt ist damit das Protein und nicht das Hühnerei gemeint. Nur das Zutatenverzeichnis gibt Aufschluss über das enthaltene „Ei“ oder „Hühnerei“.

Weitere Informationen und einen Einkaufsratgeber zum Thema „Ernährung bei Hühnereiallergie“ entnehmen Sie unserem PDF. Dort finden Sie auch eine Übersicht von Lebensmitteln, die Hühnerei enthalten können und bei einer Hühnereiallergie vermieden werden sollten, sowie von Lebensmitteln, die kein Hühnerei enthalten und daher bedenkenlos gegessen werden können. 

Download - PDF „Ernährung bei Hühnereiallergie"

Ei-Ersatz selbstgemacht

Eier sind ein fester Bestandteil einiger Speisen. Dennoch können Sie das Hühnerei in vielen Rezepten ersetzen: Verwenden Sie zum Backen eine Mischung aus einem Esslöffel Pflanzenöl, zwei Esslöffeln Wasser und einem halben Teelöffel Backpulver statt einem Ei.

Für die Zubereitung von Frikadellen empfehlen wir Haferflocken, Grießmehl oder Quark als Bindemittel. Kartoffel-, Mais- oder Weizenstärke können Sie als Bindemittel für Suppen und Soßen einsetzen. Als Dickungsmittel in Süß- und Cremespeisen eignen sich Gelatine oder Agar-Agar, die Sie im Reformhaus erhalten. Hier entspricht ein Teelöffel einem Ei.

Kennen Sie schon unsere Broschüre „Nahrungsmittelallergien und weitere Unverträglichkeiten“? Diese Borschüre wurde in Kooperation mit dem Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) entwickelt und gibt Ihnen Hintergrundinformationen zu den wichtigsten Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten sowie weitere Tipps für eine richtige Lebensmittelauswahl.

apetito_Magazinbeitrag_Huehnereier_Backzutaten
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