Magazin

22.10.2018

Hühnereiallergie

Eine der häufigsten Nahrungsmittelallergien

Hühnereiallergien gehören mit der Kuhmilchallergie zu den häufigsten Allergien im Säuglings- und Kleinkindalter. Bei einer eindeutigen Allergiediagnose sollte die Ernährung umgestellt werden, indem das Nahrungsmittel gemieden wird. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann die Allergie allerdings nach ein bis zwei Jahren „herauswachsen“.

Die Allergene: Ovalbumin und Ovomukoid

Die Hühnereiallergie stellt eine der häufigsten Nahrungsmittelallergien im Säuglings- und Kindesalter dar. Diese frühkindliche Allergie verliert sich oftmals jenseits des fünften Lebensjahres, sodass Erwachsene nur sehr selten von einer Hühnereiallergie betroffen
sind. Das Hühnerei enthält im Eiklar und im Eigelb verschiedene allergene Eiweiße, die sowohl im rohen als auch im erhitzten Zustand vorhanden sind. Eine allergische Reaktion ist sowohl auf das Eigelb als auch auf das Eiklar möglich, wobei die Wirkung – das sogenannte allergene Potenzial des Eiklars größer ist. Die Allergene (Ovalbumin und Ovomukoid) des Eiklars sind hitzestabil. Das bedeutet, durch Kochen und Backen werden die Allergene nicht zerstört. Bereits geringe Mengen Hühnerei können starke allergische Reaktionen hervorrufen. Umso wichtiger ist es, Hühnereier und deren Eiprodukte zu meiden. Das gilt auch für die Eier anderer Vogelarten. Dazu zählen Wachtel-, Enten-, oder Gänseeier.

apetito_Magazintext_Produkte aus Huehnerei
apetito_Magazintext_Hühnereier

Hinweise für die Nährstoffversorgung 

Hühnereier enthalten hochwertiges Eiweiß, Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B2 und Eisen. Für eine ausgewogene Ernährung ist das Hühnerei als solches nicht unbedingt notwendig, da diese Nährstoffe auch in anderen Lebensmitteln enthalten sind. Doch ist es nicht damit getan, nur auf das Hühnerei an sich zu verzichten. Bei industriell gefertigten Lebensmitteln können Eier durchaus Bestanteil des Produkts sein. Diese sind immer mit dem Allergikerhinweis „Kann Spuren von Ei enthalten“, deklariert.

Aufgepasst, folgende Bezeichnungen im Zutatenverzeichnis weisen auf die Verwendung von Hühnereiweiß hin:
Ei, Eiprodukt, Vollei, Eigelb, Eiklar, Eipulver, Protein, Eiprotein, tierisches
Eiweiß, Fremdprotein, Flüssigei, Flüssigeiklar, Flüssigeigelb, Gefrierei, Gefriereiklar, Gefriereiweiß, Trockenei, Trockeneiklar, - eiweiß, - eigelb, Eiöl, Lecithin*, E 322, Stabilisatoren, Emulgatoren.
*Lecithin kann auch pflanzlichen Ursprungs sein (z. B. Soja).

Eiersatz selbstgemacht

Zum Backen kann eine Mischung aus einem Esslöffel Pflanzenöl, zwei Esslöffeln Wasser und einem halben Teelöffel Backpulver statt einem Ei verwendet werden.
Für die Zubereitung von Frikadellen empfehlen sich Haferflocken, Grießmehl oder Quark als Bindemittel. Kartoffel-, Mais- oder Weizenstärke können als Bindemittel für Suppen und Soßen eingesetzt werden. Als Dickungsmittel in Süß- und Cremespeisen eignen sich Gelatine oder Agar-Agar, welches im Reformhaus erhältlich ist. Hier entspricht ein Teelöffel einem Ei.

Weitere Informationen und einen Einkaufsratgeber zum Thema „Ernährung bei Hühnereiallergie“ können Sie hier entnehmen.

Verwechslungsgefahr: Eiweiß und Protein

Bei der Verwendung des Begriffes „Eiweiß“ kommt es häufig zu Begriffsverwechslungen. Einerseits ist der Nährstoff „Eiweiß“ (auch Protein genannt) gemeint, andererseits wird das Eiklar des Hühnereis als Eiweiß bezeichnet. Die Nährwertangaben auf Verpackungen deuten aber nicht auf das Vorhandensein von Hühnerei im Produkt hin. Nur das Zutatenverzeichnis gibt Aufschluss über das enthaltene „Ei“ oder „Hühnerei“.
Kennen Sie schon unsere Broschüre „Nahrungsmittelallergien und weitere Unverträglichkeiten“? Diese Borschüre wurde in Kooperation mit dem Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) entwickelt und gibt Hintergrundinformationen zu den wichtigsten Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten sowie weitere Tipps für eine richtige Lebensmittelauswahl. 

Thema

Das könnte Sie auch interessieren:


apetito_Magazintext_Getreide und -produkte