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07.08.2020

Alles rund um die Kuhmilchallergie bei Kindern und Erwachsenen

Eine weitverbreitete Nahrungsmittelallergie

Die Kuhmilchallergie ist nicht zu verwechseln mit einer Laktoseintoleranz oder Milchzuckerunverträglichkeit. Sie ist eine der weitverbreitetsten Nahrungsmittelallergien bei Kindern, die sich jedoch häufig im Alter des Schuleintritts verliert. Etwa zwei bis drei Prozent der Säuglinge und Kleinkinder sind von einer Kuhmilchallergie betroffen. In seltenen Fällen leiden auch Erwachsene an einer Kuhmilchallergie, die dann oft ein Leben lang bestehen bleibt. 

Erfahren Sie alles rund um die Kuhmilchallergie und laden Sie unsere PDF-Übersicht mit allen relevanten Informationen bequem herunter. Unsere Ernährungsberaterinnen geben Ihnen praxisnahe Tipps, was Sie bei einer Kuhmilchallergie beachten müssen.

Die Allergene der Kuhmilchallergie

Bei einer Kuhmilchallergie reagieren Betroffene auf die in der Milch enthaltenen Eiweiße (Proteine). Dazu gehören die sogenannten Caseine und die Molkenproteine. Welches der Proteine Beschwerden auslöst, ist individuell. Nicht jeder Kuhmilchallergiker reagiert auf alle Eiweiße. 

Das hitzestabile Casein kommt in der Milch aller Tierarten (somit auch in Schafsmilch, Ziegenmilch und Stutenmilch) vor und lässt sich auch durch den Kochprozess nicht reduzieren. Molkeeiweißallergiker müssen Kuhmilch meiden, können hingegen Milch und Milchprodukte anderer Tierarten wie Ziegen- oder Schafsmilch besser vertragen. 

Die Kuhmilchallergie: Symptome und Verlauf 

Die Symptome bei einer Kuhmilchallergie sind unspezifisch. Dementsprechend lange kann es dauern, bis eine Allergie als solche diagnostiziert wird. Man unterscheidet bei der Kuhmilchallergie außerdem zwischen Soforttyp-Reaktionen und Spättyp-Reaktionen. Während die Reaktionen beim Soforttyp innerhalb weniger Minuten auftreten, treten die Spättyp-Reaktionen zum Teil erst nach 36 bis 48 Stunden ein. Zu den häufigsten Symptomen einer Kuhmilchallergie zählen:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Blähungen
  • Hautveränderungen, zum Beispiel Nesselausschlag (Urtikaria) oder Schwellungen an den Lippen sowie im Gesicht
  • Beschwerden der Atemwege 
  • Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems
apetito_Magazinbeitrag_Abneigung Milch

Der Unterschied zwischen der Kuhmilchallergie und einer Laktoseintoleranz

Die Kuhmilchallergie und Laktoseintoleranz werden häufig verwechselt. Die Kuhmilchallergie tritt grundsätzlich seltener als die Laktoseintoleranz auf. Während bei der Kuhmilchallergie, das Immunsystem auf Allergene, in diesem Fall die Eiweiße in der Kuhmilch reagiert, fehlt Personen mit einer Laktoseintoleranz das Enzym (Laktase), das den Milchzucker (Laktose) aufspaltet. Bei der Laktoseunverträglichkeit handelt es sich demnach nicht um eine Allergie, sondern um eine Intoleranz.

Die Laktoseintoleranz tritt eher bei Erwachsenen auf. Dagegen zählt die Kuhmilchallergie zu den am häufigsten diagnostizierten Nahrungsmittelallergien bei Säuglingen und Kleinkindern, in einigen Fällen aber auch bei Erwachsenen. 

 

Die Diagnose einer Kuhmilchallergie

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie selbst oder Ihr Kind unter einer Kuhmilchallergie leiden, sollten Sie nicht einfach die Ernährung umstellen, sondern einen Arzt aufsuchen. 

Sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern wird der Arzt zuerst eine Anamnese, also eine systematische Befragung, durchführen. Für die Diagnose einer Kuhmilchallergie greifen Ärzte auf verschiedene Testverfahren zurück – darunter zum Beispiel ein Hauttest oder ein Bluttest. Im Anschluss kann ein Ernährungsberater bei der Ernährungsumstellung fachkundig unterstützen und einen individuellen Ernährungsplan erarbeiten. 

 
apetito_Magazinbeitrag_Milch, Kaese, Butter, Joghurt

Die Behandlung der Kuhmilchallergie

Die Therapie einer Kuhmilchallergie basiert auf der Meidung von Milch und Milchprodukten. 

Auf diese Lebensmittel müssen Kuhmilchallergiker verzichten:

  • Kuhmilch, Buttermilch, Molke, Kefir
  • Joghurt und Quark
  • Käsesorten auf Kuhmilchbasis
  • Kondensmilch, Sahne, Butter
  • alle Erzeugnisse, in denen Kuhmilch verarbeitet wurde 

Nehmen Sie auch die Inhaltsstoffe auf der Verpackung unter die Lupe: Achten Sie beim Kauf darauf, das keine kuhmilchhaltige Inhaltsstoffe in der Zutatenliste enthalten sind. 

Besonders praktisch: Seit 2014 gilt die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Diese regelt u.a. die Allergenkennzeichnung von verpackten und unverpackten Lebensmitteln, die für den Endverbraucher bestimmt sind. Hersteller müssen die Verwendung von Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse auf der Produktverpackung deutlich kennzeichnen. 

 

    Die Lebensmittelauswahl bei einer Kuhmilchallergie

    Milch und Milchprodukte sind reich an hochwertigem tierischem Eiweiß sowie Calcium, Vitamin B12 und Vitamin D. Um eine adäquate Nährstoffversorgung - trotz des Verzichtes auf Milch und Milchprodukte - sicherstellen zu können, sollten Betroffene auf folgende Lebensmittel zurückgreifen:  

    • Tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Eier, helfen den Eiweißbedarf sowie 
      den Vitamin B12-Bedarf zu decken.  
    • Pflanzliche Lebensmittel, wie Hülsenfrüchte und Getreide, gelten ebenfalls als gute Eiweißlieferanten.  
    • Calciumreiche Lebensmittel sind wichtig, um die tägliche Calciumzufuhr zu gewährleisten. Die Calciumversorgung lässt sich durch Gemüsesorten, wie zum Beispiel Brokkoli, Grünkohl, Fenchel oder Blattspinat decken. Aber auch die Wahl zu einem calciumreichen Mineralwasser (Calciumgehalt von über 300 mg/Liter) ist empfehlenswert.

    Weitere Informationen und einen Einkaufsratgeber zum Thema „Ernährung bei Kuhmilchallergie“ entnehmen Sie unserem PDF. Dort finden Sie auch eine Übersicht von Lebensmitteln, die Kuhmilch enthalten können und bei einer Kuhmilchallergie vermieden werden sollten sowie von Lebensmitteln, die keine Kuhmilch enthalten und daher bedenkenlos gegessen werden können. 

    Download - PDF "Ernährung bei Kuhmilchallergie"

     

    Kuhmilch-Alternativen

    Für den geschmacklichen Ersatz können Sie spezielle Drinks aus Hafer, Dinkel, Reis, Mandel oder Soja einsetzen. Bitte beachten Sie, dass diese Ersatzprodukte keine Nährstoffversorgung sicherstellen. Damit Sie auch bei einer kuhmilchfreien Ernährung den Nährstoffbedarf Ihres Kindes über die Ernährung decken, ist die Lebensmittelauswahl besonders wichtig. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Hausarzt.

     

    Kennen Sie schon unsere Broschüre „Nahrungsmittelallergien und weitere Unverträglichkeiten“? Diese Broschüre wurde in Kooperation mit dem Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) entwickelt und gibt Ihnen Hintergrundinformationen zu den wichtigsten Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten sowie weitere Tipps für eine richtige Lebensmittelauswahl.

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