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Typische Leckereien aus anderen Ländern

Die Fußball-EM kommt nach Deutschland – und damit nicht nur das Fußballfieber. Unser Land begrüßt viele Menschen aus anderen Ländern und Kulturen. Warum sich also nicht auch im Bereich Essen und Trinken mit den Gästen verbinden? Diese Gelegenheit ist perfekt, um kulinarische Brücken zu schlagen. Im Internet finden sich zahlreiche Rezepte für typische Leckereien aus anderen Ländern. Aber was kennzeichnet die italienische, ungarische oder schottische Küche? Wir bieten Ihnen Einblicke in landestypische Gerichte wie Bitterballen, Palatschinken, Kaiserschmarrn und Co.

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Österreich – Schmankerl vom Nachbarn  

Die Küche Österreichs ist weit über die Grenzen des Landes bekannt. So ist besonders das typische Wiener Schnitzel auch in Deutschland in sämtlichen Lokalen im Angebot.  

Bei den Mehlspeisen bietet Österreich eine reichhaltige Auswahl. Neben Buchteln, Schmarrn, Spätzle und Strudel (vor allem mit Apfel gefüllt), ist auch die sogenannte „Jause“ ein großer Bestandteil der Esskultur. Die hier in Deutschland als Brotzeit bekannte Mahlzeit, wird auch bei unseren Nachbarn gerne als Zwischenmahlzeit eingenommen und bietet eine Vielzahl verschiedener Wurst- und Käsesorten, die zum Brot gereicht werden.

Neben dem Schnitzel bietet Österreich weitere klassische Fleischgerichte an. Zum Backhendl gesellt sich ein Erdäpfelsalat und auch der Tafelspitz (Schwanzstück vom jungen Ochsen) darf nicht fehlen. Tiroler Speckknödel, Grammelknödel oder Nockerln (kleine Klößchen, gefüllt mit Quark, Käse, Kartoffeln, Spinat, Speck oder Marmelade) werden als Beilage serviert.

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Die Süßspeisen der österreichischen Küche dürfen nicht vernachlässigt werden. Von der Wiener Sachertorte über den Apfelstrudel mit Schlagobers (Schlagsahne) und Kaiserschmarrn bis hin zum mit Quark gefüllten Topfen und den Palatschinken (hauchdünner Eierkuchen) – Österreich bietet eine große Auswahl an süßen Leckereien. 

Schweiz – Esskultur mit stolzem Charakter 

Zwei Produkte sind in der Schweiz besonders häufig auf dem Esstisch zu finden: Kartoffeln werden in sämtlichen Formen und Zubereitungsformen serviert, wie etwa als Rösti (mit Käse, Apfel oder Speck versetzt), als Kartoffelgratin oder auch als überbackener „Kartoffelstock“ (Püree). Auch der Käse findet häufig den Weg in die klassische Schweizer Küche. Zum Überbacken, beim Raclette, für das Fondue oder in Soufflés – das Einsatzgebiet des Käses ist breit gestreut. Auf dem Brot kennt man typische Schweizer Sorten wie Emmentaler, Appenzeller oder Greyerzer.

Doch die Alltagsküche besteht in der Schweiz nicht nur aus Kartoffeln und Käse. So kommen oft deftige Suppen auf den Tisch, beispielsweise Minestrone, Bündner Gerstensuppe oder Basler Mehlsuppe. Eine weitere Spezialität ist die „Luzerner Chügelipastete“, eine Fleischkugel aus Kalbs- und Schweinebrät, gefüllt mit Kalbfleischragout, Pilzen und Rosinen. Als Beilage servieren die Schweizer gerne Risotto in Rotwein gegart, Polenta (Maisgrieß) oder auch Esskastanien. Letztere werden auch gerne in Eintöpfen verarbeitet.

Die Schweiz ist bekannt für ihre Tortenvielfalt. So ist in den letzten Jahren die „Rüblitorte“, die ihren Ursprung in der Schweiz hat, auch in Deutschland immer beliebter geworden. Auch die „Engadiner Nusstorte“ ist eine Spezialität und besticht mit einer Füllung aus Walnüssen, Honig, Zucker und Sahne. Besonders zur Weihnachtszeit findet man häufig die „Basler Läckerli“, eine spezielle Lebkuchensorte mit einer Vielzahl an Gewürzen sowie Kirschwasser, Zitronat und vielem mehr.

Italien – das Land der Pizza und Pasta und des guten Weins

Am Anfang einer Hauptmahlzeit steht in Italien der Antipasti-Teller. Mariniertes Gemüse, Oliven, Carpaccio, „Affettato“ (Meeresfrüchtesalat) oder „Caprese“ (Tomate mit Mozzarella und Basilikum) sind nur einige Komponenten der breiten Auswahl.

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Im Anschluss folgt der Primo Piatto (erster Gang). Häufig werden diese Gerichte auch für ein schnelles Mittagessen zubereitet. Typisch sind hier Pasta in verschiedenen Variationen und Kombinationen, Risotto, Gnocchi, Pizza oder Polenta (Maisgrieß). Auch eine klassische Minestrone wird im ersten Gang gerne serviert.

Der Secondo Piatto (zweiter Gang) ist der eigentliche Hauptgang, der meist mit Fisch oder Fleisch gereicht wird. Besonders Garnelen oder Tintenfischringe werden oft frittiert verzehrt, während Fleisch, Wild und Geflügel gekocht, geschmorrt oder scharf angebraten werden. Als Beilage werden diverse Salate, Gemüsevariationen, Pommes oder Brot serviert. Besonders in den letzten Jahren ist auch hier in Deutschland die frisch zubereitete italienische Focaccia eine beliebte Brotsorte geworden.

Abgerundet wird das Menü mit etwas Süßem. Hier hat Italien einige Klassiker, wie Panna cotta, Tiramisu oder Zabaione zu bieten. Gerne gesehen sind Sorbets, „Granitas“ (tiefgekühlter Fruchtsaft oder Kaffee in feine Eisstücke zerhackt) oder „Macedonia“ (Obstsalat aus heimischen Obstsorten).

Griechenland – nicht nur Gyros und Pommes  

Die Griechen handhaben ihre Esskultur ähnlich wie die Italiener. Appetithäppchen und Suppen stellen den Grundpfeiler des Essens dar. Bei den „Mezedes“ (Vorspeisen) bieten die Griechen Feta mit Olivenöl, Tsatsiki, Zucchini- und Auberginenscheiben, gefüllte Weinblätter, diverse Pasten (aus Gemüse, Käse oder Fischrogen) sowie griechischen Bauernsalat oder „Fasolada“ (Bohnensuppe).

Im Alltag wird Geschichtetes und Geschmortes aus dem Backofen angeboten, ebenso wie gegrilltes Fleisch und Fisch. Dabei wird das Gemüse oft als Hauptgericht serviert. Zu nennen sind beispielsweise „Jemistá“ (gefüllte Tomate und Paprika), „Laderá“ (in Öl gegarte Gemüsezubereitungen) oder auch Pitas mit Gemüse-, Kartoffel- oder Käsefüllung.

Treffen Fisch oder Fleisch im Hauptgericht mit Gemüse zusammen, so werden die Komponenten meist in geschichteter Form zubereitet. „Moussaka“ und „Pastitsio“ (Auflauf aus Hackfleisch und Makkaroni) sind zwei klassische Aufläufe. Besonders häufig kommen auch Oktopus oder andere Tintenfische gefüllt, mariniert oder gegrillt auf den Tisch. Reis und Pommes werden als typische Beilagen gereicht.

Beim Nachtisch können die Griechen ebenfalls kulinarisch glänzen. Frische oder kandierte Früchte der Saison, gefüllte Küchlein, Röllchen oder Bällchen sowie Blätterteigwaren runden das Essen ab.

Spanien – Lebensgefühl namens Tapas  

In den heißen Stunden zur Mittagszeit machen die Spanier eine lange Mittagspause, sitzen gesellig zusammen und genießen Tapas. Dabei handelt es sich um kleine Leckereien, die nicht nur in Spanien großen Anklang finden. Die Vielfalt der Häppchen reicht von Oliven und Anchovis (Sardellen), über frittiertes Gemüse und Salate bis hin zu Fisch- und Fleischgerichten. Auch die Tortilla darf bei einer klassisch spanischen Mittagspause nicht fehlen. Diese Art Omelette, die mit Kartoffeln, Zwiebeln und Eiern hergestellt wird, wird teilweise zusätzlich mit Gemüse, Fleisch oder Fisch gefüllt.

Wie die Griechen und Italiener, essen die Spanier ihr Abendessen in drei Gängen. Immer auf dem Tisch stehen dabei frisches Brot und Wasser. Als Vorspeise werden Salat, Gemüse oder auch Suppen gereicht. Ein bekanntes Beispiel ist hier die Gazpacho, eine kalte Gemüsesuppe.

Die Hauptspeise variiert je nach Nähe zum Meer. So werden an den Küsten häufig Fisch und Meeresfrüchte verzehrt. Das wohl bekannteste Gericht Spaniens ist die Paella, welche üblicherweise mit Zutaten wie Reis, Safran, Hühnerfleisch, Kalmare, Garnelen, grünen Bohnen, Erbsen und roter Paprika in der Pfanne zubereitet wird. Besonders im Winter sind Eintöpfe mit Hülsenfrüchten oder auch Schmorgerichte mit Fleisch oder Fisch sehr beliebt.

Als Nachspeise kommen in Spanien frisches heimisches Obst, verschiedene Cremes, wie die Crema Catalana“, Flan oder Eis auf den Tisch.

Frankreich – bodenständig oder doch lieber edel  

In Frankreich gibt es eine breite Vielfalt an kalten Speisen, welche gerne als Vorspeise verzehrt werden. Hier bietet die französische Küche „Pâté de campagne“ (ein Gericht aus Schweinefleisch), „Jambon cru“ (roher, luftgetrockneter Schinken), Salat mit Anchovis (Sardellen), Vinaigrette oder Käse. Neben dem Baguette, das zu allen Mahlzeiten gegessen wird, sind auch die Brioche und Croissants bekannt. Nicht vernachlässigen darf man das breite Angebot an Käse, welches nahezu 500 Sorten umfasst.

Die Franzosen essen mittags und abends bevorzugt Fleisch und Fisch, egal ob kurz gebraten, vom Grill oder gekocht in Brühe, Wein oder Fonds. Bekannte Spezialitäten sind „Coq au Vin“ (Hähnchen in Weinsauce), „Pot-au-Feu“ (Rind und Kalb) und „Boeuf Bourguignon“ (Hauptzutaten sind Rindfleisch und Burgunderwein). 

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Weiterhin bekannt sind verschiedene Variationen von Quiche und Suppe. Zu nennen sind die überbackene Zwiebelsuppe und die „Bouillabaisse“ (Fischsuppe).

Der süße Nachtisch darf bei den Franzosen nicht fehlen: Klassische Nachspeisen sind Mousse au Chocolat, Cremes, Sorbets oder süße Soufflés. Aber nicht nur zum Nachtisch, sondern auch aufwendig hergestelltes Gebäck, kleine Torten und Kuchen sind Spezialitäten, die man einfach probieren muss, beispielsweise die kleinen Macarons.

Holland – mehr als nur Frittiertes  

Unsere Nachbarn, die Holländer, haben eine Vielzahl an nationalen Spezialitäten zu bieten. Aufgrund der Lage am Meer werden besonders gerne Fisch und Meeresfrüchte verzehrt, speziell Miesmuscheln und auch Matjes. Letzteres isst der Holländer gerne mit gehackten Zwiebeln und Gurkenscheiben.

In Holland sind besonders Eintöpfe sehr beliebt. Das „Stamppot“ ist beispielsweise eine gestampfte Mischung aus Gemüse, Kohl und Kartoffeln, während der „Hutspot“ ein sämiger Eintopf mit Rindfleisch ist.

Die Holländer naschen auch gerne. Ein Klassiker sind hier die sogenannten Bitterballen, eine panierte, traditionell mit einem Ragout aus Rindfleisch- oder Kalbfleischmasse gefüllte, gebratene und frittierte Fleischkrokette. Aber auch Pommes und Kibbeling (in Backteig getauchte und anschließend frittierte Fischfilets) werden an den vielzähligen Snackbuden in Holland angeboten. Nicht zu vergessen ist die breite Käsevielfalt, die die Holländer im Angebot haben. Gouda, Edamer, Leerdamer und Maasdamer sind nur ein Bruchteil der vielen Käsesorten.

Neben dem Herzhaften hat das Land auch eine Menge süße Speisen zu bieten. „Hagelslag“ (Schokostreusel), Vla (dünnflüssiger Pudding), „Stroopwafels“ (eine Art Karamellwaffeln) und „Poffertjes“ (kleine Eierkuchen mit Puderzucker bestreut) werden nicht nur als Dessert serviert. Ist man in Holland, so sollte man auch einem „Pannenkoekenhuis“ einen Besuch abstatten. Die hier servierten Pfannkuchen sind allseits beliebt.

Schottland – Streifzug durch die Leckerbissen

Die Schotten ehren das Frühstück. Dabei kommen besonders herzhafte Speisen mit auf den Tisch. Gebratener Speck, Bratwürstchen, Bratkartoffeln oder auch „Baked Beans“ werden zum Frühstück verzehrt. Eine besondere Rolle wird dem Hafer zuteil. Nicht nur für das Porridge, sondern auch für Brote, Kuchen und Kekse („Oatcakes“) wird das Getreide verwendet. Weniger mit Frühstück zu tun haben die bekannten „Scotch Eggs“. Die hart gekochten Eier werden für den Snack in Bratwurstbrät eingehüllt, paniert und frittiert.

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Klassisch als warme Mahlzeit gibt es „Fish and Chips“, aber auch Hering, Schellfisch, Forelle und Lachs, frisch, gebeizt oder geräuchert. Eine ebenso große Vielfalt gibt es bei den Meeresfrüchten. Herz- und Miesmuscheln werden gerne serviert, aber auch Seetang und Algen kommen auf den Tisch. Im Bereich des Fleisches ist besonders Lamm- und Hammelfleisch ein gern gesehenes Gericht. Ein weiterer Klassiker der Schotten ist das sogenannte „Haggis“, mit Innereien, Zwiebeln, Schafsnierenfett, Gewürzen und Hafermehl gefüllter Schafsmagen, der mehrere Stunden in Wasser gegart wird. Gemüse wird als „Colcannon“ serviert. Dies ist eine Mischung aus Püree und Eintopf, die mit Kartoffeln, Grünkohl, Frühlingszwiebeln, Milch und Butter zubereitet wird.

Die schottischen süßen Backwaren sind eher trocken, werden aber zuweilen auch mit Äpfeln oder Trockenfrüchten zubereitet. Etwas Kleines und Süßes aus Schottland sind die „Butterscotch“, simple und preiswerte Karamellbonbons.

Ungarn – gutes Essen braucht seine Zeit  

Die Ungarn benötigen viel Zeit für die Zubereitung ihres Essens. Besonders dem Fleisch wird viel Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet, da dieses langsam gegart und angeröstet wird. Bekannte Beispiele sind das Paprikahuhn oder auch das „Gulyás“ (Gulasch). Auch der Fisch, bevorzugt Aal, Wels oder Hecht, wird gerne geröstet serviert. Als Beilagen reichen die Einwohner Ungarns selbst gemachte Nudeln und Nockerl oder auch „Tarhonya“ (Eiergraupen).

Die ungarische Kohlroulade ist säuerlich im Geschmack und wird mit Schweinefleisch, Speck, Grieben, Reis und Leber gefüllt. Die osteuropäische Vorliebe für Suppen ist auch in Ungarn nicht gebrochen. Bekannte Beispiele sind die „Betyárensuppe“ (Vagabundensuppe mit Speck, Paprikawurst und Pilzen), die „Bräutigamsuppe“ (mit Gänsekeule und Gemüse als Grundlage) und die Bohnensuppe nach Jókai (bunte Bohnen in Eisbeinbrühe).

Auch wenn die Hauptspeisen sättigend und schwer sind, stehen Desserts auf der täglichen Speisekarte. In Ungarn gibt es diverse Versionen von Strudel mit Füllungen aus Quark und Mohn, Nüssen, Obst oder Kraut. Die ungarische Variante des Palatschinken (Eierkuchen) wird mit Walnüssen, Rosinen, Zucker, Sahne und Rum gefüllt und mit einer Schokoladen-Rum-Soße übergossen. Wem das noch nicht süß genug ist, der kann die ungarische Form der Wiener Sachertorte essen. Die „Dobostorte“ besteht aus sechs Schichten Biskuit, Schokoladencreme und einer Karamellglasur.

Artikel vom 13.06.2024