So arbeitet der Betriebsrat bei apetito

Auf einen Kaffee mit dem Betriebsrat
José Martins, Betriebsratsvorsitzender der apetito AG, spricht mit uns über die Arbeit des Betriebsrats bei apetito. Dabei geht es um die klassische Streitfälle, den Arbeitsalltag als Betriebsratsmitglied und um Ziele für das Jahr 2024. 

apetito Betriebsrat - Jose Martins

Hallo José. Wen vertrittst du als Betriebsratsmitglied bei der apetito AG? 

Der Betriebsrat vertritt alle Mitarbeitenden der apetito AG inklusive der KollegInnen in den Bereichen Menülogistik und kids & schools. Das heißt wir vertreten alle AG-Mitarbeitenden am Standort Rheine und den elf dezentralen Standorten in ganz Deutschland. Vom Azubi über den Koch bis zu den Abteilungsleitungen. Wir sind zudem beratschlagender Ansprechpartner für das höhere Management. Diese Hierarchie-Ebene wird bei apetito nicht durch den Betriebsrat abgedeckt.  

Seit wann gibt es den Betriebsrat und wie hat sich dieser gebildet? 

Der Betriebsrat der apetito AG hat Tradition. Uns gibt es bereits seit gut 50 Jahren. Es war damals sogar eine Initiative unseres Gründers Karl Düsterberg, einen Betriebsrat zu gründen. Inzwischen repräsentieren insgesamt 19 Personen den Betriebsrat der apetito AG. Ein Gremium von fünf Personen ist dauerhaft freigestellt tätig. 

freigestellter Betriebsrat
Der freigestellte Betriebsrat: Martin Rolfes, Carmen Mersch, Monika Beinlich, José Martins und Dirk Schuknecht (v.l.n.r.).

Wie lange bist du schon im Betriebsrat? 

Ich bin seit 24 Jahren im Betriebsrat und seit fast 14 Jahren in freigestellter Funktion. Ich fühlte mich damals als Mitarbeiter in einigen Situationen übergangen und hatte Lust, selbst aktiv mitzugestalten. Also habe ich mich selbst engagiert und mich zunächst als Teamsprecher von meiner damaligen Abteilung wählen lassen. Ich wurde zwei Mal hintereinander wiedergewählt und fand die Aufgabe erfüllend. Ich habe gewisse Dinge angesprochen, die von anderen nicht angesprochen wurden. Diese Erfahrung hat mich geprägt und mich darin bestärkt, mich auch im Betriebsrat zu beweisen.  

Wie sieht denn heute ein klassischer Arbeitstag als Betriebsrat aus?

Es gibt nicht den klassischen Arbeitstag als Betriebsrat. Zu regelmäßigen Aufgaben zählen Anhörungen und Mitarbeitendengespräche - auch in Einstellungsgesprächen sind wir regelmäßig mit von der Partie. Zur Personalabteilung pflegen wir eine partnerschaftliche, wertschätzende und recht enge Zusammenarbeit. Als Betriebsrat haben wir zusätzlich eine repräsentative Funktion im Unternehmen. Von der Spendenverleihung bis zur Jubilarehrung über das Betriebsfest haben wir ganz unterschiedliche Aufgaben. Aber auch bei Streitfällen werden wir hinzugezogen.  

Was sind klassische Streitfälle? 

Streitfälle sind sehr vielfältig. Das reicht von Einteilungen bei der Schichtarbeit über abgelehnte Urlaubstage bis zu Meinungsverschiedenheiten innerhalb von Teams oder mit Führungskräften. Das sind Themen, die in jedem Unternehmen auftreten. Hier versuchen wir, eine vermittelnde Rolle einzunehmen und im Sinne der Arbeitnehmenden zu wirken.
  

Welche besonderen Erfolge konnte der Betriebsrat im Jahr 2023 erzielen?

Für uns bedeutet Erfolg, wenn wir den Mitarbeitenden bei ihren Problemen und Sorgen helfen können. Dann können wir am Ende des Tages zufrieden sein. Möchte man einen Aspekt im Jahr 2023 besonders hervorheben, dann sind sicherlich die auf zwei Jahre ausgelegten Lohnerhöhungen und Prämien im Zuge des Inflationsausgleichs zu nennen.

Existieren auch Leistungs- und Feedbackgespräche für den Betriebsrat?

Nicht wirklich. Wenn wir unsere Leistung nicht bringen, dann werden wir abgewählt. Wir werden daran gemessen, wie wir uns engagieren.  

 

Stichwort „Vereinbarkeit von Beruf und Privatem“ – Welche Themen begleitet der Betriebsrat hier gemeinsam mit der Personalabteilung? 

Bei apetito gibt es sehr vielfältige Arbeitszeitmodelle, die Beruf und Privatleben unter einen Hut bringen sollen. Grundsätzlich müssen wir aber zwischen Jobs in der Verwaltung und in der Küche unterscheiden. Homeoffice oder Workation sind besonders im gewerblichen Bereich aufgrund von Schichtarbeitsmodellen schwieriger umzusetzen. Wir möchten aber besonders in diesen Bereichen im Jahr 2024 weitere Angebote entwickeln.  

Du hast von partnerschaftlicher Zusammenarbeit gesprochen, die ihr auch mit der Unternehmensleitung pflegt. Hand aufs Herz: Gibt es auch mal Situationen, in denen es Streit oder Meinungsverschiedenheiten gibt?

Definitiv. Wir haben Erfahrung in der Betriebsratsarbeit und wissen, dass wir nicht alle unsere Ziele erreichen können. Am Ende müssen wir alle fair miteinander umgehen. Es ist ein Geben und ein Nehmen und das Gleichgewicht ist meistens da.  

José, ich danke dir für deine Zeit und das spannende Interview. 

Artikel vom 09.02.2024