Public Affairs

Das politische Engagement von apetito – unser Einsatz für eine Weichenstellung zugunsten der Bewältigung der Herausforderungen in der Gemeinschaftsverpflegung

Wir machen uns stark – für eine ausgewogene Ernährung, für eine gesunde Lebensweise, für Sie

Der Bundesregierung ist es laut ihrem Koalitionsvertrag ein Anliegen, „einen gesundheitserhaltenden und nachhaltigen Lebensstil zu fördern, ernährungsbedingte Krankheiten zu bekämpfen und den gesundheitlichen Verbraucherschutz zu stärken“. Auch wir bei apetito widmen uns der Fragestellung nach einer ausgewogenen und gesunden Ernährung über alle Generationen hinweg und wie dieser Anspruch in der heutigen Gesellschaft umgesetzt werden kann.

apetito AG |Politisches Engagement in Kitas und Schulen

Kriterienkatalog für Kita- und Schulverpflegung

Bundesweit wird ein einheitlicher Kriterienkatalog für Ausschreibungen benötigt
apetito AG |Politisches Engagement Essen auf Rädern

Kriterienkatalog für Krankenhausverpflegung

Bundesweit wird ein einheitlicher Kriterienkatalog für Ausschreibungen benötigt

Was ist die Ausgangssituation?

Die Ernährungssituation in Kitas und Schulen sieht sich heutzutage mit unterschiedlichsten Herausforderungen konfrontiert.
In Westdeutschland beispielsweise sind die Betreuungszeiten und das Preis-Leistungsverhältnis der Mahlzeiten innerhalb Kitas entscheidend, ob Kinder am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen können oder nicht. Zudem mangelt es bei der Wahl des Zulieferers an der Berücksichtigung der Einhaltung von ernährungsphysiologischen Faktoren und ernährungswissenschaftlicher Erkenntnisse. Das bedeutet, dass beispielsweise Kitas mit Frisch- und Milchküchen nur eine mangelhafte Qualifizierung erhalten. Auch das Preisniveau am Markt erschwert eine flächendeckende Kita-Verpflegung nach modernen ernährungsphysiologischen Erkenntnissen.

Bei Schulen zeigt sich heutzutage eine deutliche Tendenz: trotz zunehmender Verbreitung von Ganztagsangeboten nehmen bundesweit nur 50 % der Primar- und 30% der Sekundarschüler am Mittagessen teil. Die Qualität der Schulverpflegung wird durch fehlende Leistungsverzeichnisse gefährdet. Oftmals bleiben individuelle Wünsche unberücksichtigt, da Leistungsbesteller wenig Wert auf die Vielfalt der Produktpalette legen. Auch die Umsetzung von ernährungswissenschaftlichen Qualitätsstandards gelingt nur unzureichend, da klare Durchsetzungsstrukturen fehlen. Zudem werden häufig Angebote genutzt, die sich aufgrund mangelnder Qualifikation im Wettbewerb nicht mit einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis präsentieren. 

Die Große Koalition hat versprochen, in der aktuellen Legislaturperiode folgende ernährungs- und gesundheitspolitische Ziele zu erreichen:

  • Förderung gesunder Ernährung (DGE-Qualitätsstandards als Mindeststandards für die Gemeinschaftsverpflegung in Schulen, Kitas und für Senioren)
  • Bekämpfung von Übergewicht und damit zusammenhängenden ernährungsbedingten Krankheiten
  • Vorgabe Reduktionsziele für Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten
  • Weiterentwicklung Nährwertkennzeichnungssystem sowie Einsatz rechtlich verbindlicher Kennzeichnungskriterien vegetarischer und veganer Lebensmittel
  • Unterstützung der Länder bei Einführung der DGE-Standards als flächendeckende Mindeststandards in Schulen, Kitas und der Gemeinschaftsverpflegung sowie Ausbau des NQZs

Für die Verbesserung der Umstände ergeben sich vier klare Empfehlungen neuer Umsetzungsstrukturen:

  1. Es müssen klare Kriterien definiert werden, die ein hohes Mindestmaß an Leistungsqualität der Verpflegungsangebote sicherstellen. Das dargebotene Essen muss aktuellen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Grundlage hierfür sind die DGE-Qualitätsstandards für die Kita- und Schulverpflegung. Zudem muss das Essen möglichst vielfältig sein, um ein gesundes Angebot allen Kindern und Jugendlichen darbieten und hierdurch ernährungsmitbedingten Folgekrankheiten vorbeugen zu können. Auch ein angemessenes Preisniveau muss gewährleistet sein.
  2. Bundesweit einheitliche, verbindliche Mindestanforderungen für öffentliche Ausschreibungen müssen in Zusammenarbeit mit dem NQZ entwickelt werden. Somit wird eine Gleichberechtigung in der Darstellung der Verpflegungssystemen (Frisch-/Mischküchen, Warmverpflegung, entkoppelte Systeme), ein Nachweis über die Einhaltung der DGE-Qualitätsstandards und die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten integraler Bestandteil der zu erfüllenden Kriterien. Durch regelmäßige, unangekündigte Kontrollen wir die Einhaltung dieser gewährleistet und bei Missachtung Strafen verhängt. Investitionen in die NQZs und die Vernetzungsstellen sollten die Umsetzung, Einhaltung und Kontrollen der Mindestanforderungen in der täglichen Praxis sicherstellen.
  3. Das NQZ und die Vernetzungsstellen der Länder müssen Schulen und Kindergärten in Fragen der Gemeinschaftsverpflegung zukünftig aktiv informieren (vom Hol- zum Bring-Prinzip). Die bisherige Kommunikationsstruktur, bei der sich Schulen und Kitas bei Fragen zur Gemeinschaftsverpflegung an Vernetzungsstellen wenden, erweist sich als nicht effizient. Durch dieses Prozedere werden nicht alle Informationen der Vernetzungsstellen ausgenutzt (Hol-Prinzip) und geäußerte Empfehlungen der Vernetzungsstellen basieren nicht immer auf den von der Bundesebene erarbeiten Ansätzen. Diese Schwachpunkte führen zu einer Verpflegungslösung, die auf mangelhaften Erkenntnissen beruht und einige Möglichkeiten schlichtweg nicht betrachtet. 
  4. Sinnvolle Reformen der bereits bestehenden Durchsetzungsstruktur sollten die aktive Ansprache von Kitas und Schulen beinhalten. Dies würde den Wechsel vom Hol- zum Bring-Prinzip einläuten. Die aktive Vermarktung der vom NQZ gefassten Verpflegungs- und Ausschreibungsempfehlungen würden als Aufklärungsarbeit an die NQZs reportet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zudem müssen die Vernetzungsstellen intensiver geschult werden, um bundeseinheitliche Standards durchsetzen zu können. Essentiell ist allerdings, das Kooperationsverbot von Bund und Ländern aufzuheben, wodurch Kita- und Schulverpflegung als hoheitliche Aufgabe des Bundes verstanden wird.

Welche Forderungen äußert apetito?

  1. Verbindliche Mindestanforderungen an Qualität, Vielfalt, Nachhaltigkeit und Hygiene führen zum Ausschluss nicht wettbewerbsfähiger Anbieter und sichern so ein hohes Leistungsniveau am Markt. Diese Mindestanforderungen der Bundesregierung müssen an Ausschreibungen formuliert und resultierende Kriterien nachvollziehbar und bewertbar sein. 
  2. Die Sicherstellung einer optimalen Verpflegung von Kindern und Jugendlichen ist auf ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis angewiesen. Aktuell ist bei Ausschreibungen noch zu oft der günstige Preis ausschlaggebend, mit suboptimalen Leistungsergebnissen. Apetito ruft daher die Bundespolitik dazu auf, für ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis zu sorgen. Hierfür müssen preisliche Ober- und Untergrenzen definiert und je nach Region und/oder Sozialstruktur Preiskorridore für sinnvolle Mindestanforderungen an Ausschreibungen definiert werden.
  3. Schutz vor Anbietern mit falschen Versprechen hinsichtlich langfristiger Leistungen im Rahmen von Ausschreibungen durch regelmäßige und konsequente Kontrollen der Einhaltung versprochener Leistungsumfänge. Nur durch unabhängige Kontrollen, die durch die Bundespolitik definiert wurden, können entsprechende Verstöße mit einem entsprechend harten Strafmaß geahndet werden. Im Rahmen der Ausschreibungsanforderungen müssen Anbieter unangekündigten Kontrollen generell zustimmen und über etwaige Strafen informiert werden.
 
 
 

Als Anbieter vollumfänglicher Verpflegungslösungen erlebt apetito die Notwendigkeit systemübergreifender Lösungen hautnah. Zur Sicherstellung der Einhaltung ernährungswissenschaftlicher Er-kenntnisse ist ein einheitlicher Kriterienkatalog hinsichtlich der Mindestanforderungen an Anbieter von Verpflegungslösungen unabdingbar. Dieser Katalog sollte folgende DGE-Standards als verbindli-che Mindestanforderungen beinhalten:

  • Qualität
  • Menüvielfalt
  • Warmhaltezeiten
  • Hygiene

Durch engmaschige Kontrollen dieser Anforderungen werden nicht wettbewerbsfähige Mitbewerber ausgeschlossen und somit ein hohes Leistungsniveau am Markt gesichert. Zudem muss sichergestellt sein, dass die Ausschreibungen leistungsbezogen und systemoffen gestaltet sind, um einen fairen Wettbewerb zwischen den Anbietern zu ermöglichen. Durch Definition preislicher Ober- und Untergrenzen kann beispielsweise ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis für die Ausschreibenden ermöglicht werden.

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Reformierungsbedarf der Durchsetzungsstrukturen

Bisher bestehende Strukturen in der Kita- und Schulverpflegung haben dringenden Reformierungsbedarf
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Zukunftsfähigkeit der Krankenhausverpflegung 

Die Gestaltung der Krankenhausverpflegung muss zukunftsfähig werden
In Westdeutschland entscheiden Betreuungszeiten und das Preis-Leistungs-Verhältnis darüber, ob Kinder an den Mahlzeiten in Kitas teilnehmen. In Ermangelung einer Berücksichtigung der Einhaltung ernährungspsychologischer sowie -wissenschaftlicher Faktoren bei der Wahl des Zulieferers und durch ein schwieriges Preisniveau am Markt wird die flächendeckende Kita-Verpflegung erschwert. 
Für Schulen zeichnet sich eine Tendenz ab: Trotz zunehmender Ganztagsangebote nehmen bundesweit nur 50 % der Primar- und 30 % der Sekundarschüler am Mittagessen teil. Fehlende Leistungsverzeichnisse gefährden die Qualität der Verpflegung. Eine unzureichende Umsetzung individueller Wünsche und ernährungswissenschaftlicher Standards sowie die Nutzung von Angeboten mit suboptimalem Preis-Leistungs-Verhältnis verkomplizieren die Situation.

Für die Verbesserung der Umstände ergeben sich vier Empfehlungen

  1. Es müssen klare Kriterien definiert werden, die ein hohes Mindestmaß an Leistungsqualität der Verpflegungsangebote sicherstellen. Grundlage hierfür sind die DGE-Qualitätsstandards für die Kita- und Schulverpflegung. Zudem muss das Essen bei angemessenem Preisniveau möglichst vielfältig sein.
  2. Die Entwicklung bundesweit einheitlicher, verbindlicher Mindestanforderungen für öffentliche Ausschreibungen in Zusammenarbeit mit dem NQZ sorgt für Gleichberechtigung innerhalb der Verpflegungssysteme. Regelmäßig unangekündigte Kontrollen gewährleisten die Einhaltung der DGE-Qualitätsstandards und stellen durch die Verhängung von Strafen die Einhaltung der Mindestanforderungen in der täglichen Praxis sicher.
  3. Das NQZ und die Vernetzungsstellen der Länder müssen Schulen und Kindergärten zu Gemeinschaftsverpflegung zukünftig aktiv informieren. Durch die bisherige Funktion als passive Informationsstätte werden nicht alle Informationen der Vernetzungsstellen ausgenutzt. Geäußerte Empfehlungen der Vernetzungsstellen basieren nicht immer auf den von der Bundesebene erarbeiten Ansätzen, wodurch Verpflegungslösungen informativ auf mangelhaften Erkenntnissen beruht.
  4. Sinnvolle Reformen bereits bestehender Durchsetzungsstrukturen sollen die aktive Ansprache von Kitas und Schulen beinhalten. Die aktive Vermarktung der vom NQZ gefassten Verpflegungs- und Ausschreibungsempfehlungen würden an die NQZs reportet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Intensive Schulungen der NQZs sorgen für die Durchsetzung bundeseinheitlicher Standards. Das Kooperationsverbot von Bund und Ländern ist aufzuheben, wodurch Kita- und Schulverpflegung als hoheitliche Aufgabe des Bundes verstanden wird.

apetito fordert

  1. Verbindliche Mindestanforderungen an Qualität, Vielfalt, Nachhaltigkeit und Hygiene führen zum Ausschluss nicht wettbewerbsfähiger Anbieter und einem hohen Leistungsniveau am Markt. 
  2. Die Sicherstellung einer optimalen Verpflegung benötigt ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Bundespolitik muss durch definierte preisliche Ober- und Untergrenzen je nach Region und Sozialstruktur für ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis sorgen.
  3. Schutz vor Anbietern mit falschen Versprechen durch regelmäßige und konsequente Kontrollen der versprochenen Leistungsumfänge. Diesen Kontrollen müssen Anbieter im Rahmen der Ausschreibungsanforderungen zustimmen.

Demographische Veränderungen setzen Krankenhäuser massiv unter Druck. Der Fachkräftemangel bei parallel steigenden Patientenzahlen erschwert eine Pflege im Sinne des Patientenwohls. Zudem leiden die Kliniken unter einem starken Investitionsstau und können notwendige Modernisierungen häufig nicht durchführen. Besonders Krankenhausküchen können daher trotz hygienisch notwendiger Renovierungen nicht modernisiert werden. Bis dato herangezogene Verpflegungslösungen sind zu teuer, zu personalintensiv und zu aufwendig für die optimale Patientenverpflegung. Um auch der gestiegenen Erwartungshaltung der Patienten an ihre Krankenhausverpflegung gerecht zu werden müssen die nötigen finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen und Krankenhäuser mit Fördermitteln bedacht werden.

Entkoppelte Systeme wie Cook & Freeze können mit geringen Erstinvestitionen und kleinerem Personaleinsatz bei geschrumpften Kosten diese Versorgungslücke schließen. Mahlzeiten dieses Systems können lange lagern und werden frisch vor dem Servieren zubereitet. Produktion, Zubereitung und Verzehr sind damit zeitlich und räumlich entkoppelt und verfügen über deutlich geringere hygienische Risiken. Auch dem herrschenden Mangel an Variabilität wird so begegnet. 

Perspektivisch muss die Politik dahingehend Folgendes leisten

  1. Investitionen der öffentlichen Hand müssen vorangetrieben werden, sodass es Krankenhäusern möglich ist, sich für die leistungsfähigste Lösung wie entkoppelte Systeme entscheiden zu können. 
  2. Die Bedeutung von entkoppelten Systemen, insbesondere Cook & Freeze muss anerkannt werden. Durch Leistungsbezogene und offene Ausschreibungen werden maßgeschneiderte Gesamtkonzepte zur Krankenhausverpflegung etabliert und standardisierte Prozessketten initiiert, die langfristig Kosten der Klinikträger senken.
 
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Gestaltung der Kita- und Schulverpflegung

Eine intelligentere Kita- und Schulverpflegung ist von Nöten
apetito AG |Politisches Engagement Essen auf Rädern

Essen auf Rädern als präventive Maßnahme

Anerkennung der Gesundheitsprävention durch Essen-auf-Räder
Viele Familien sind auf die Verpflegungsangebote in Kitas und Schulen angewiesen, um ihren Alltag bewältigen zu können. Durch die dargebotenen Verpflegungslösungen stellen Kitas und Schulen eine Möglichkeit dar, herrschende Fürsorgelücken bei Kindern und Jugendlichen zu schließen. Doch damit Kita- und Schulverpflegung weiterhin funktioniert, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. 

Konkret bedeutet dies, dass reibungslose Prozesse in den Bildungseinrichtungen sicherzustellen sind. Viele Schulküchen sind aufgrund räumlicher und zeitlicher Einschränkungen bereits an Leistungsgrenzen angelangt. 

apetito empfiehlt zur Verbesserung der Situation in Bildungseinrichtungen

  • Entwicklung bundeslandübergreifender Empfehlungen zur Regulierung von elternbeitragsfreiem Essen
  • Einbeziehen von Schulleitungen und Lehrkräften in die Auswahl der Angebotssysteme und die organisatorische Planung des Schulalltags
  • Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung
  • Auswahl von Anbietern, die auf Kinderwünsche eingehen
  • Bereitstellung von Investitions- und Finanzierungsmodellen

Mangelernährung und das daraus resultierende Krankheitsbild  Frailty (Gebrechlichkeit) ist nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine Gesellschaftsproblematik. Durch unzureichende Ernährung erleiden Senioren lebensbedrohliche Folgeschäden, was wiederum zu zusätzlichen Kosten im deutschen Gesundheitssystem führt. Diese Kosten und Folgeerkrankungen steigen stetig an, weshalb schnellstmöglich reagiert werden muss.

Eine ausgewogene, eiweißhaltige Ernährung in Kombination mit Bewegung kann Mangelernährung und Co. präventiv entgegenwirken. Auch im ländlichen Raum werden Senioren mit entsprechenden Menüs durch EaR versorgt. Mit Unterstützung der Bundesregierung kann das System ausgebaut und die Seniorenverpflegung weiter verbessert werden.

Um die Situation der Seniorinnen und Senioren zu verbessern, müssen:

  • Ernährungschecks durch den Hausarzt im Rahmen einer regelmäßigen Untersuchung durchgeführt werden
  • Gesundheits- und Pflegekassen sich anteilig im Rahmen der Prävention an den Mehrkosten solcher Angebote beteiligen

Analysen

Gute-Kita-Gesetz 

Kostenloses Schulessen 

Am 01. Januar 2019 trat das „Gute-KiTa-Gesetz“ in Kraft. Mit diesem Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung unterstützt der Bund die Länder dabei, die Qualität der Kitas zu verbessern. Zudem sollen die Eltern eine Entlastung erfahren, sowohl zeitlich als auch finanziell. Letzteres erfolgt wo nötig durch eine bundesweit verpflichtende soziale Staffelung der Elternbeiträge. Der Bund stellt den Bundesländern hierfür Finanzmittel in Höhe von 5,5 Milliarden Euro über vier Jahre zur Verfügung, derer sie sich bedienen können. Durch Verträge mit dem Bund sind die Länder verpflichtet, diese zusätzlichen Finanzmittel in Maßnahmen für eine bessere Kitaqualität zu investieren. Diese Maßnahmen sind allerdings nur grob im Entwurfstext umschrieben. Zudem können bereits getätigte Investitionen rückwirkend aus den Mitteln finanziert werden.

Das Risiko einer Zweckentfremdung ist also groß. Die Bundesländer können die Bundesmittel nutzen, um Haushaltslücken zu stopfen, die mit der Verbesserung der Kita-Situation nicht im Zusammenhang stehen. Zudem muss der Schwerpunkt der Länder auf der Qualitätsverbesserung liegen, nicht auf der Kostensenkung. Die Vergabe der Gelder ist außerdem nicht ausdrücklich an einheitliche Standards gebunden, weshalb ein Missbrauch der finanziellen Mittel droht. Um dies zu Verhindern sind einheitliche Standards von Nöten, wie zum Beispiel die Einhaltung und Kontrolle des DGE-Qualitätsstandard bei der Verpflegung und ein einheitlicher Betreuungsschlüssel – sowie eine vertragliche Zweckbindung der Mittel. 

Förderfähige Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagesbetreuung lauten:

  • Bedarfsgerechtes Angebot
  • Kindgerechte Räume
  • Gesundes Aufwachsen

Das bedarfsgerechte Angebot fängt bereits beim Essen an. apetito setzt sich dafür ein, dass die Auswahl der Gerichte an Kitas so beschaffen sein muss, dass Kinder unterschiedlicher kultureller Herkunft und die Erzieher gleichermaßen angesprochen werden. Altersgerechte Angebotsvielfalt und Auswahlmöglichkeiten sind somit auch unter Berücksichtigung von Allergien und religiösen Vorschriften zentrale Aspekte hinsichtlich Qualität und Attraktivität des Angebots. Nur engmaschige Kontrollen der Zutaten und deren Qualität kann Angebotsvielfalt und Auswahlmöglichkeit unter der Berücksichtigung von Ernährungstrends gewährleisten. 
apetito ist es zudem ein Anliegen, dass Kinder ihr Essen in einer entspannten Atmosphäre verzehren können. Das bedeutet, es müssen angemessene Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, sowie ausreichend Zeit für die Einnahme der Mahlzeit und im Anschluss ausreichend Bewegung und Entspannung. 
Die Herkunft der Zutaten, ein ausgewogener Nährstoffgehalt der Gerichte sowie ansprechende Sensorik muss für eine altersgerechte Ernährung bei Heranwachsenden gegeben sein. Die Qualitätskriterien der DGE sind somit flächendeckend einzuhalten. Die Speisepläne apetitos, die anhand dieser Anforderungen entwickelt werden, bilden eine Basis für eine gesunde Ernährung und die Prävention ernährungsbedingter Folgekrankheiten.

Berlin hat im Dezember 2018 beschlossen, dass ab dem Schuljahr 2019/20 alle Eltern und Schüler der 1. bis 6. Klasse von den monatlich 37 Euro Zuzahlung für die Schulverpflegung befreit werden. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass auch in sozialen Brennpunkten sämtliche Hortkinder, Grundschüler sowie Fünft- und Sechstklässler der Oberschulen mit Essen versorgt werden.

apetito begrüßt diese Zielsetzung der Berliner Initiative und bringt sich als langjähriger Branchenexperte für Verpflegungslösungen in Kitas und Schulen mit seinem Know-how ein. 

Der Verband der Brandenburger und Berliner Schulcaterer e.V. prognostiziert, dass in den betroffenen Berliner Bildungseinrichtun-gen 60 Prozent mehr Kinder als bisher essen werden, während die Politik gerade einmal mit 14 Prozent kalkuliert. apetito stellt bereits Kapazitätsengpässe fest. Die Mittagsversorgung ist aufgrund der eingeschränkten räumlichen und zeitlichen Situation vieler Schulen bereits an den Grenzen angelangt. Mit zunehmenden Kindern ist ein gemeinsames Essen im angenehmen Umfeld nicht mehr realisierbar.

Der 2015 von der Initiative für gesunde Ernährung „Inform“ veröffentlichte Abschlussbericht zur Qualität der Schulverpflegung bestätigt diese Beobachtung. Er dekliniert eine Reihe von Herausforderungen, die sich aus schnell steigenden Essensteilnehmer-Zahlen ergeben: 

  • zusätzlich benötigte Küchenkapazitäten und -ausstattung
  • zusätzlich benötigtes Personal, bzw. Entlastung des bestehenden Personals durch Umstellung des bisherigen Verpflegungsprozesses
  • eine höhere Auslastung der Raumkapazitäten der Bildungseinrich-tungen
  • Folgen für zeitliche Abläufe in den Einrichtungen (verkürzte Es-senszeiten, anzupassende Pausenregelungen)gestiegene administrative Aufwände (z.B. durch erweiterte Nachweispflichten)

Durch eine Umstellung auf entkoppelte Systeme würden die Bildungseinrichtungen entlastet werden. Verwendet man beispielsweise Cook & Freeze wird der Zubereitungsprozess kürzer und das Personal somit entlastet. 

Allerdings muss betont werden, dass kostenfrei keinesfalls geringerer Wert bedeutet. Das Essen ist nicht gratis, es entfällt lediglich die Elternbeteiligung. Somit soll Nichtabmeldungsquoten begegnet und eine Verschwendung zubereiteter und anschließend nicht verzehrter Lebensmittel vorgebeugt werden.

aspekte

Mit unserem Politikbrief informieren wir Sie in regelmäßigen Abständen über unsere Verpflegungslösungen für Kitas, Schulen und Senioren, sprechen konkrete politische Hürden an, erläutern unsere Positionen und präsentieren Lösungsvorschläge.

apetito | Politikbrief aspekte

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apetito unterstützt die im Koalitionsvertrag formulierten ernährungs- und gesundheitspolitischen Zielsetzungen und bringt dazu gerne seine Expertise ein.
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