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18.10.2019

nutritionDay 2019

Bewusstsein für krankheitsbedingte Mangelernährung erhöhen

In diesem Jahr findet am 07. November der nutritionDay 2019  statt. Es handelt sich um eine weltweite Aktion zur Erfassung der Ernährungssituation in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Ziel ist es, die ernährungsmedizinische Versorgung langfristig zu verbessern und ein verstärktes Bewusstsein für das Thema Mangelernährung zu schaffen. Eine optimale Ernährung muss vielen Ansprüchen gerecht werden: einerseits soll sie dem Bedarf an Energie und Nährstoffen entsprechen, andererseits sollen die Mahlzeiten bedürfnisgerecht zusammengestellt werden. Geeignete Speisen mit hohem Gesundheits- und Genusswert anzubieten, ist für viele Fachkräfte in Pflegeeinrichtungen und Kliniken eine besondere Herausforderung.

Warum das Thema „Mangelernährung“ so wichtig ist

Während das Ernährungsproblem Nummer 1 in der deutschen Bevölkerung das Übergewicht ist, steigt mit zunehmendem Alter das Risiko, mangelernährt zu sein. Studien zufolge tritt eine Mangel- bzw. Unterernährung besonders im Alter auf. Stark betroffen ist die Altersgruppe der Hoch- und Höchstbetagten. Geschätzt sind in Deutschland ungefähr 1,9 Millionen Personen mangelernährt.

Ursachen einer Mangelernährung

Die Ursachen für die Entstehung einer Mangelernährung sind in der Regel vielfältig: Kau- und Schluckbeschwerden können beispielweise chronische Krankheiten oder ein verändertes Geschmacksempfinden die Nahrungsaufnahme hemmen. Hinzu kommen psychische und soziale Belastungen wie Depression und Demenz, die den Appetit bremsen. Bei den Mahlzeiten wird insgesamt weniger gegessen bzw. Mahlzeiten werden ganz ausgelassen, nach dem Motto „Für mich alleine kochen lohnt sich nicht“.

Körperliche Beschwerden und zunehmende Immobilität führen dazu, dass alltägliche Aufgaben, wie Einkauf und die Zubereitung der Mahlzeiten, nicht mehr alleine und selbständig ausgeführt werden. Nicht selten sind ältere Menschen zum Zeitpunkt der Einweisung in eine Senioreneinrichtung mangelernährt. In diesem Video zeigen wir Ihnen den Kreislauf der Mangelernährung am Beispiel von Kau- und Schluckbeschwerden.

apetito_Magazintext_Seniorin mit Pflegepersonal

Mangelernährung erkennen und vermeiden

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Anzeichen für eine Mangelernährung liegen unter anderem vor, wenn der Body Mass Index (BMI) unter dem wünschenswerten Bereich liegt. Eine zu geringe Nahrungsaufnahme führt zu einer verminderten Energieaufnahme und schlussendlich zu Mängeln in der Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen (Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe). Die Immunabwehr sinkt und die Anfälligkeit für Krankheiten steigt. Beide Faktoren können wiederum eine weitere Verschlechterung des Ernährungszustandes und damit eine weitere Verschlechterung der Krankheitsentwicklung nach sich ziehen.

Ernähren Sie sich möglichst bunt

Um den Konsequenzen einer Mangelernährung frühzeitig entgegenzutreten, ist eine Optimierung der Ernährung von großer Bedeutung. Die Ernährungspyramide kann eine einfache und schnelle Orientierung für eine gute Lebensmittel- und Getränkeauswahl bieten. Denn kein Lebensmittel enthält alle lebensnotwendigen Nährstoffe, daher sollte der Speiseplan die große Vielfalt des Lebensmittelangebotes abbilden.

Eine Ernährung ist dann ernährungsphysiologisch ausgewogen, wenn der Bedarf an allen lebensnotwendigen Nährstoffen und mit ausreichender Energie gedeckt ist.
Als Wegweiser dienen die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Machen Sie mit beim nutritionDay 2019

Teilnehmende Einrichtungen profitieren von einem kostenlosen Ergebnisbericht, der die eingerichteten Daten mit einer weltweiten Referenz vergleicht.
Weitere Informationen zum nutritionDay 2019 inklusive Teilnahmebedingungen findet Sie hier.

Schon gewusst?

Di Ergebnisse des nutritionDay worldwide aus dem Jahr 2018 werden im  14. DGE-Erfahrungsbericht dokumentiert. Dieser wird 2020 veröffentlicht.

 

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