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02.07.2019

Fruchtzuckerunverträglichkeit

Wenn Zucker zum Problem wird

Erstaunlich viele Personen haben Probleme mit der Verdauung von Fruchtzucker. Man spricht in diesem Fall von einer Fruchtzuckerunverträglichkeit, die auch als Fruktosemalabsorption bezeichnet wird. Bei dieser Unverträglichkeit ist die Fruchtzuckeraufnahme eingeschränkt. Experten gehen davon aus, dass schätzungsweise zwei von drei Kindern und jeder dritte Erwachsene von einer solchen Unverträglichkeit betroffen sind. Fruchtzucker findet sich vor allem in Obst, Trockenfrüchten, Fruchtsäften, Gemüse, Honig und Haushaltszucker.

Transport von Fruktose ist gestört 

Bei dieser Erkrankung kann der Einfachzucker „Fruchtzucker“ nur begrenzt oder gar nicht aus dem Dünndarm aufgenommen werden. Im Darm befinden sich „Transporter“ die den Fruchtzucker vom Darm in das Blut transportieren. Funktioniert dieser Transporter „GLUT-5“ nicht richtig, gelangt der aufgenommene Fruchtzucker in den Dickdarm und verursacht dort Symptome wie Durchfälle, Blähungen, Übelkeit, Aufstoßen, Völlegefühl und kolikartige Schmerzen. Fruchtzucker ist in vielen Lebensmitteln enthalten, mit der richtigen Ernährung lassen sich aber einige Beschwerden in den Griff bekommen. Fruchtzucker wird im Volksmund häufig als „Fruktose“ bezeichnet.                        

Wie sieht die Therapie aus?

Grundsätzlich ist die Verträglichkeit von Fruchtzucker bei jedem Betroffenen sehr unterschiedlich. Die Toleranzgrenze muss deshalb individuell ausgetestet werden. Bis zum Abklingen der Beschwerden ist eine weitestgehend fruchtzuckerarme und sorbitfreie Ernährung empfehlenswert. Dies wird auch als „Karenzphase“ bezeichnet. 
apetito_Magazintext_verschiedene Fruechte
apetito_Magazintext_Orangensaft

Die Dauer dieser Phase beträgt in der Regel zwei bis vier Wochen. In der anschließenden „Testphase“ können dann langsam wieder fruchtzuckerhaltige Lebensmittel in den Speiseplan aufgenommen werden. Die Zugabe von Traubenzucker fördert die Verträglichkeit fruchtzuckerreicher Lebensmittel. Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema. 

Unser Tipp:

• Fruktosehaltige Lebensmittel sparsam einplanen: Trockenfrüchte, Obst,  
   Fruchtsäfte, Kompotte, Marmeladen, Honig, Light-Produkte und Süßwaren.
• Besser verträglich sind Obstsorten, die mehr Traubenzucker als Fruchtzucker
   enthalten. Hierzu zählen Bananen, Aprikosen und Avocados.
• Gemüse- und Fruchtsäfte mit geringem Fruktosegehalt mit viel Wasser
   verdünnen.
• Ausreichendes Kauen verbessert die Verdaulichkeit der Speisen.
• Obst in Kombination mit Milchprodukten ist oft besser verträglich.
• Gemüse sollte individuell getestet werden und kann zur Deckung des Vitamin-
   und Mineralstoffbedarfs herangezogen werden.

Schon gewusst?

Die Erkrankung „Fruktosemalabsorption“ oder „Fruktose-Intoleranz“ sollte nicht mit der hereditären Fruktose-Intoleranz verwechselt werden. Bei der hereditären Fruktose-Intoleranz liegt eine genetisch bedingte Störung im Fruktose-Stoffwechsel vor. Eine lebenslange, nahezu fruktosefreie Ernährung ist einzuhalten. Diese Unverträglichkeit wird vom Arzt durch einen Bluttest diagnostiziert.
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