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11.06.2018

Ernährung bei Glutenunverträglichkeit

Ein Leben ohne Gluten

Pasta und Pizza, Brot und Brötchen – für die meisten Menschen alltägliche Produkte, jedoch für Betroffene, die an einer Glutenunverträglichkeit leiden, sind diese Produkte tabu. Immer mehr Menschen verzichten aufgrund verschiedener Erkrankungen und Unverträglichkeiten auf Gluten. Gluten ist der Überbegriff für bestimmte Eiweißbestandteile im Getreide. Nur mit einer konsequenten Ernährungsumstellung können Betroffene beschwerdefrei leben. Beim Außer-Haus-Verzehr sowie Zuhause stellt diese eine große Herausforderung dar.

Übersicht der häufigsten Formen der Glutenunverträglichkeit

Zöliakie

Bei der Autoimmunerkrankung Zöliakie führt die Aufnahme von Gluten, selbst in geringsten Mengen, zu einer chronischen Entzündung der Darmschleimhaut und Rückbildung der Dünndarmzotten. Dieses hat zur Folge, dass Nährstoffe nur noch vermindert aufgenommen werden und dadurch verschiedene Mangelerscheinungen entstehen können. Durch die konsequente Einhaltung der glutenfreien Diät gelingt der Wiederaufbau der abgeflachten Dünndarmschleimhaut meist relativ schnell. Auslöser ist das Klebereiweiß Gluten, welches in Weizen und in seinen Verwandten wie Dinkel, Kamut, Grünkern, Einkorn, Emmer und Triticale aber auch in Roggen, Hafer und Gerste enthalten ist. Ca. 1 Prozent der Bevölkerung haben eine diagnostizierte Zöliakie. Die ärztliche Diagnose erfolgt durch Antikörperbestimmung im Blut und eine Gewebeentnahme bei einer Dünndarmspiegelung. Zu den klassischen Symptomen zählen u.a. Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Bauchschmerzen, aber auch Wesensveränderungen und Wachstumsstörungen.
Weitere Informationen finden Sie hier.
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Weizenallergie

Eine Weizenallergie darf nicht mit einer Zöliakie verwechselt werden. Eine Weizenallergie tritt bei Erwachsenen selten auf. Im Kindesalter steht Weizen mit auf der Liste der Hauptallergieauslöser. In Europa leiden etwa 0,3 Prozent aller Kinder unter 5 Jahren an einer Weizenallergie. Bis zum Teenageralter klingt diese meist ab. Auslöser sind die im Weizen enthaltenen Eiweiße (z.B. Albumin, Globulin, Gluten), die allergen wirken können. Eine Weizenallergie kann verschiedene Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, der Haut und den Schleimhäuten sowie in den Atemwegen auslösen. Ein lebensbedrohlicher Verlauf ist ebenfalls möglich. Der eindeutige Nachweis wird mittels Haut- und Blutuntersuchungen sowie dem Gespräch über die Beschwerden und Ernährungsgewohnheiten erbracht. In Einzelfällen muss ergänzend ein Provokationstest durchgeführt werden. Betroffene müssen Weizen und verwandte Getreidesorten wie Dinkel, Grünkern, Einkorn, Emmer oder Kamut meiden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Glutensensitivität bzw. Weizensensitivität

Bei der Glutensensitivität bzw. Weizensensitivität handelt es sich um eine Überempfindlichkeit gegenüber Gluten oder bestimmten Weizeninhaltsstoffen, jedoch ohne dass eine Zöliakie oder Weizenallergie diagnostiziert wurde. Zur Häufigkeit sind keine genauen Daten bekannt, auch wird dieses Beschwerdebild in der medizinischen Fachwelt kontrovers diskutiert. Nach einer glutenfreien Ernährung über einen bestimmten Zeitraum klingen die Beschwerden ab.

Darauf müssen Betroffene achten!

apetito_Magazintext_Zubereitung Essen

Neben Brot, Brötchen, Kuchen, Gebäck, Backmischungen, Müsli, Teigwaren
wie Nudeln, Pizza und Paniertes sind auch viele verarbeitete Lebensmittel zu meiden. Lebensmittelrechtlich müssen glutenhaltige Getreide sowie
daraus hergestellte Erzeugnisse im Rahmen der Allergenkennzeichnung ausgelobt werden. Für Betroffene stellt dies eine große Hilfestellung dar.

Tipps für den Alltag:

• Arbeitsflächen vor dem Zubereiten und Kochen gut reinigen, diese müssen frei von Mehlspuren sein.
• Bei der Lagerung und bei der Zubereitung dürfen glutenfreie Lebensmittel nicht mit mit glutenhaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen.
• Separate Küchenutensilien (Kochlöffel, Töpfe, Pfannen, Schneidebretter, Backbleche, Waffeleisen, Toaster etc.) verwenden.
• Glutenfreie Lebensmittel nicht mit Paniertem im gleichen Frittierfett zubereiten.
• Frisches Obst und Gemüse, Kartoffeln, Milch und Milchprodukte wie Käse, Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier sind von Natur aus glutenfrei

Glutenfreie Produkte

Der Handel bietet inzwischen eine Vielzahl an glutenfreiem Brot-, Gebäck-, Nudel- und Müslisorten an, bei denen statt der glutenhaltigen Getreidesorten glutenfreie Rohstoffe verwendet werden. Ersatzprodukte für Mehl und Stärke bestehen aus Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth, Quinoa, Maniok oder Tapioka. Als Bindemittel bieten sich Stärken auf Basis von: Kartoffeln, Mais oder glutenfreier Weizenstärke an. Außerdem eignen sich Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl oder Agar-Agar. Weisen Lebensmittel einen Glutengehalt von weniger als 20 mg je kg auf, dürfen sie als „glutenfrei“ angeboten werden. Diese Menge ist für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit in der Regel unbedenklich.

 

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„Free From für Kids“ - Glutenfreie Lieblingsmenüs für Kinder

apetito kocht seit über 45 Jahren für Kinder in Kindertagesstätten und Schulen. Nun gibt es von dem Familienunternehmen eine neue tiefkühlfrische Produktrange
„Free From für Kids“. So können sich alle Kinder, die sich glutenfrei ernähren müssen, über ihre Lieblingsgerichte freuen. Denn für Kitas und Schulen aber auch für Privathaushalte stellt die Verpflegung von Kindern mit Lebensmittelunverträglichkeiten eine besondere Herausforderung dar. Daher möchte apetito den Einrichtungen aber auch Eltern die Sicherheit geben, dass die Kinder gut versorgt sind. Die Gerichte sind ab sofort über den Online-Shop bestellbar.